Unternehmen Kreativwettbewerb: „Ohne Mitte fehlt uns was“

impulse.de stellt jeden Tag ein Plakat und die Köpfe dahinter vor. Dieses Mal: Jost Wagner von brainbox.

Die Gesellschafter von brainbox (v.l.n.r): Berthold T. Meyer, Jost Wagner und Wolfgang Winter

Die Gesellschafter von brainbox (v.l.n.r): Berthold T. Meyer, Jost Wagner und Wolfgang Winter© brainbox

 

Herr Wagner, „Ohne Mitte fehlt uns was“ – was steckt hinter dem Slogan?

Der deutsche Mittelstand trägt unsere Wirtschaft – und das kommt in der Gesellschaft, in der Politik und in vielen Gremien einfach zu kurz. Der Mittelstand wird häufig sehr stiefkindlich behandelt. Deshalb sagen wir „Ohne Mitte fehlt uns was“, denn ohne sie würde tatsächlich die ganze deutsche Wirtschaft zusammenbrechen. Als Bild haben wir ein typisch deutsches Wahrzeichen verwendet, das Brandenburger Tor. Man sieht ganz deutlich: Ist die Mitte weg, ist es einfach nicht mehr das Gleiche. Aus dem schönen, prachtvollen Brandenburger Tor wird dadurch letzten Endes nicht mehr als ein Gerüst für ein Garagentor.

„Ohne Mitte fehlt uns was“, das klingt aber bekannt.

Ja. Es gab die sehr beliebte Kampagne: „Ohne Ö fehlt Dir was“ für Das Örtliche. Und die sprachliche Nähe ist durchaus beabsichtigt. Plakate müssen schnell funktionieren. Da hilft es manchmal, wenn gewisse Dinge gelernt sind und positiv assoziiert werden.

Sie haben noch zwei weitere Plakate eingereicht…

Ja. Auf dem zweiten Plakat sehen wir einen Mann eingerahmt vom Wort „Head Quarter“. Wer als deutscher, mittelständischer Unternehmer das Wort Headquarter hört, bekommt normalerweise Pickel. Da denkt man an die Konzerne, die geleckten High Potentials, die nur auf die 3-Monats-Bilanz schielen und nach jedem Misserfolg den nächstbesseren Job besetzen. Anders die deutschen Familienunternehmen. Hier gibt es noch Werte, Loyalität, Führungsprinzipien und Kaufmanns-Ehre. Und hier werden wichtige Familienunternehmensentscheidungen auch schon mal in der Küche getroffen. Kampagnenfähig mit dem immer wieder gleichen Gegensatz zwischen wichtigen Anglizismen und Bildern, die uns erfreuen, weil sie zwar ebenso erfolgreich sind, aber eben anders, bodenständig und ehrlich sind.


Die Plakate von brainbox


Und das dritte Plakat?

Beim dritten Plakat sehen wir die Deutschlandfahne mit Prozentzahlen. Die 90 ist hervorgehoben, zusammen mit dem Satz „90 Prozent der deutschen Unternehmen kommen in den besten Familien vor“. Während die Redewendung „kommt in den besten Familien vor“ normalerweise für negative Begleiterscheinungen steht, besetzen wir diesen gelernten und damit schnell eingängigen Satz mit hier überraschend positiven Attributen. So werden Tatsachen, die den wenigsten bekannt sind, neu und sympathisch auf den Punkt gebracht. Und die besten Familien bekommen das, was sie verdienen: nämlich die Bezeichnung „beste Familien“.

Warum laufen Familienunternehmen so unter dem Radar der Öffentlichkeit?

Weil sie normalerweise nichts für sich selbst tun. Familienunternehmer konzentrieren sich auf das, was wichtig ist: erfolgreich und verantwortungsvoll ihr Unternehmen führen. Sich hinstellen und sich selbst auf die Schulter klopfen, das ist nicht ihr Ding. Ich habe mal einen wunderbaren Spruch gehört: „Warum funktionieren Familienunternehmen? Weil sie müssen.“

Kurz ein paar Worte zu Ihrem Team…

Wir sind 10 Kollegen im Team. Wir kommen alle aus Großagenturen und wollten die Qualität einer großen Agentur mit dem Charme, der Flexibilität und Schnelligkeit einer kleinen verbinden. Positioniert haben wir uns als Impuls-Agentur, die den Unternehmen wertvolle Impulse liefert.

Wo würden Sie Ihr Plakat gerne hängen sehen?

Vor dem deutschen Bundestag. Damit die Politik endlich mal wach wird und anfängt zu begreifen, dass der deutsche Mittelstand Deutschland ist.

 

Sie sind innovativ, bilden aus und prägen ihre Region: Familienunternehmen. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, auch als attraktive Arbeitgeber stehen sie nur selten im Mittelpunkt.

Das Hamburger Institut für Familienunternehmen, impulse und die Beratung Francis Drake Agenturnavigator wollen mit einem Kreativwettbewerb den Fokus neu justieren. 27 Agenturen haben Plakatvorschläge eingereicht. Eine Jury aus Wissenschaft und Praxis entscheidet über die besten Motive, die in impulse abgedruckt werden.

Auch Ihre Meinung ist gefragt: impulse kürt zusätzlich einen Publikumspreis aus. Auf der Website stellen wir jeden Tag ein Plakat vor. Ab dem 20. Oktober können Sie dann hier für Ihren Favoriten stimmen.

2 Kommentare
  • A. Jungmann 15. Oktober 2014 11:56

    Eine Aktion die sich einmal um die Familienunternehmen kümmert und etwas ins Licht bringt.

    Uns gibt es seit 1956 in der Familie.

    Weil Familienunternehmen einfach funktionieren werden diese nicht beachtet.
    Weil Familienunternehmen die Mehrzahl der Wirtschaftsunternehmen bilden, sind diese
    das eigentliche Rückrat- der deutschen Wirtschaft.
    Sie funktionieren einfach und haben keine große Lobby oder besonderes Ansehen.
    Sie funktionieren einfach von Generation zu Generation, welches aber immer schwieriger wird,
    da die Nachfolge auch in der Familie nicht einfacher wird.

  • Name Georg Thorwarth 15. Oktober 2014 10:32

    Wir sind ein Familienunternehmen, welches 1875 in Thüringen gegründet wurde.
    Wir sind stolz auf unsere Tradition und ünterstützen ihre Aktion aus voller Überzeugung.

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