Unternehmen Kunden zweiter Klasse

Eein ADAC-Pannenhelfer schleppt ein defektes Auto ab

Eein ADAC-Pannenhelfer schleppt ein defektes Auto ab© ADAC

Neuer Ärger beim ADAC: Der Autoclub soll laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Kunden von bestimmten Autoherstellern bei der Pannenhilfe im Zweifel bevorzugt und eigene zahlende Mitglieder länger warten lassen haben. Der ADAC bestreitet die Vorwürfe.

Lässt der ADAC zahlende Mitglieder im Zweifel länger warten, wenn ein Fahrer einer bestimmten Automarke eine Panne hat? Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet unter Berufung auf zwei Mitarbeiter des Autoclubs, dass die „Gelben Engel“ oft zunächst Anrufern helfen würden, die über eine Mobilitätsgarantie (Assistance) des Autoherstellers abgesichert sind.

„Normale oder ADAC-Plus-Mitglieder mussten warten, wenn wir gleichzeitig Assistance-Kunden mit derselben Dringlichkeit reinbekamen“, sagte ein Insider der Zeitung, der etliche Jahre als Disponent in einem Pannenhilfe-Callcenter arbeitete, das die Einsätze der Gelben Engel in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg organisiert.

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Wenn ein Assistance-Kunde eine Panne habe und die Nummer seiner Servicehotline wähle, gehe der Auftrag weiter an den ADAC, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Von dort würden Disponenten einen Pannenhelfer zu dem havarierten Auto schicken. Die Assistance-Kunden dieser Autofirmen würden, sagen demnach mehrere Insider, automatisch zu einer Art Premium-Kunden des ADAC. Diese Kunden hätten, so der Vorwurf, Vorrang gehabt.

Assistance-Kunden hätten im Zweifel Vorrang, sagen Insider

Der Autoclub arbeitet als Dienstleister für etliche Autobauer. Die Konzerne bieten Neuwagenkäufern häufig Garantiepakete an, in denen eine Pannenhilfe enthalten ist. Manche Hersteller betreiben dazu einen eigenen Pannenservice, andere nutzen Dienstleister wie den ADAC. Verträge hat der Club unter anderem mit Opel, Ford oder Volvo.

Der Club weist die Vorwürfe zurück: „Bei uns gibt es keine Kunden erster oder zweiter Klasse“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Pannenhilfe werde unabhängig vom Kundenstatus gewährt, die Abarbeitung der Aufträge folge dem Eingang der Anrufe. Es gebe nur eine Ausnahme von der Regel, erklärte der ADAC-Sprecher: „Das sind Notfälle oder wenn etwa kleine Kinder betroffen sind.“ Eine Unterscheidung nach dem Status der Pannenopfer gebe es aber nicht, so der Automobilclub.

1 Kommentar
  • Kunden zweiter Klasse 24. April 2014 07:36

    Hauptsache den ADAC diskriminieren. Da der ADAC die einzige Institution ist, welche den Autofahrer ein klein wenig schützt, muß dieser mundtot gemacht werden. Die schwachsinnigen Ideen unserer Politiker lassen sich dann viel leichter durchsetzen. Bin selbst Mitglied, glaube nicht, daß alles richtig oder gar optimal läuft beim ADAC. Im Vergleich zu der idiotischen Politik die in diesem Land gemacht wird, ist der ADAC ein Hort der Logik und Ehrenhaftigkeit.

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