Unternehmen Fahrradbauer Mifa stellt Insolvenzantrag

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Neue Fahrräder© Anton Gvozdikov - Fotolia.com

Der Fahrradhersteller Mifa kämpft ums Überleben. Das Eigenkapital sei schon im ersten Halbjahr negativ gewesen, teilte das Unternehmen mit. Am Montag stellte Mifa einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.

Der Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen hat am Montag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Antrag sei nach dem Scheitern einer Vereinbarung mit dem indischen Hersteller Hero Cycles beim Amtsgericht Halle gestellt worden, teilte das Unternehmen mit. Das operative Geschäft bleibe davon unberührt und laufe wie geplant weiter. Großaktionär bei Mifa ist AWD-Gründer Carsten Maschmeyer.

Mit der Insolvenz solle die Restrukturierung des Unternehmens mit aktuell rund 600 Mitarbeitern in Eigenregie des Managements fortgesetzt werden. Die Löhne und Gehälter seien für drei Monate über die Bundesagentur für Arbeit gesichert, hieß es in der Mitteilung.

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„Trotz intensiver Verhandlungen mit den Verantwortlichen von Hero ist es bislang nicht gelungen, bei einem wesentlichen Bestandteil der Vereinbarung zu einer abschließenden Lösung zu gelangen“, sagte Mifa-Vorstand Stefan Weniger. „Daher habe ich mich heute auch vor dem Hintergrund meiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern der Mifa entschieden, einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht zu stellen.“

2013 verbucht Mifa einen Verlust von 13 Millionen Euro

Das Management sucht nun einen Käufer für das Geschäft. Man habe in den vergangenen Monaten aus eigener Kraft große Fortschritte bei der Restrukturierung erzielt. Dies sei eine ideale Grundlage, um schon 2015 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, erklärte Weniger.

Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG ist der absatzstärkste deutsche Fahrradhersteller. Allein vergangenes Jahr häufte das Unternehmen einen Verlust von mehr als 13 Millionen Euro bei einem Umsatz von 110 Millionen Euro an.

Wenn das Amtsgericht dem Antrag auf Eigenverwaltung zustimmt, wird dem Vorstand vom Gericht ein vorläufiger Sachwalter zur Seite gestellt. Das Management bleibt aber in den Händen des Vorstands.

Ursprünglicher Sanierungsplan gescheitert

Voraussetzung für die Zustimmung ist unter anderem, dass die Firma über einen fortführungswürdigen Geschäftsbetrieb verfügt. Dies ist nach Auffassung des Managements gegeben. „Wir sind grundsätzlich in der Lage, unsere gut gefüllten Auftragsbücher wie geplant zu bedienen“, sagte Weniger.

Die ursprünglichen Sanierungspläne hatten vorgesehen, dass die Anleihegläubiger auf einen Großteil ihrer Ansprüche verzichten. Die Aktienbesitzer hätten zudem zustimmen sollen, dass sie in Folge einer Kapitalerhöhung künftig nur noch ein Prozent des Unternehmens besitzen. Neuer Großaktionär wäre der Weltmarktführer Hero Cycles geworden, der 15 Millionen Euro investieren sollte.

 

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Unternehmen, die gute Aussichten auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebes haben, können bei Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Die Geschäftsleitung des Unternehmens bleibt dann im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter von außen zur Seite gestellt. Die alte Geschäftsführung behält damit große Teile der Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Zugleich ist die Firma aber vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen von Gläubigern geschützt. Ziel ist dabei in der Regel eine Sanierung, nicht die Abwicklung. Bekannte Unternehmen wie etwa der Fernsehanbieter Loewe haben diesen Weg beschritten, den nun auch der Fahrradhersteller Mifa in Sachsen-Anhalt gehen will.

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