Unternehmen Lkw-Herstellern drohen hohe Bußen wegen Kartellverdachts

Die ersten Änderungen bei der LKW-Maut treten bereits zum 1. Juli in Kraft.

Die ersten Änderungen bei der LKW-Maut treten bereits zum 1. Juli in Kraft.© Markus Langer - Fotolia.com

Kungelei unter Firmen ist in Europa verboten. Denn die unerlaubte Zusammenarbeit könnte anderen Unternehmen oder Verbrauchern schaden. Brüssel hat nun einen Kartell-Verdacht gegen eine Reihe von Lastwagen-Firmen.

Mehreren Lastwagen-Herstellern drohen hohe Geldbußen. Die Brüsseler EU-Kommission hat die Firmen im Verdacht, unerlaubt Preise abgesprochen zu haben. Das teilte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Donnerstag in Brüssel mit. Das Ergebnis der Ermittlungen sei aber noch offen. Daimler, Volvo und MAN bestätigten Untersuchungen.

Vestager selbst nannte keine Namen, erklärte aber, „eine große Zahl an Firmen“ sei betroffen. Es gehe um Hersteller schwerer und mittelgroßer Lastwagen. Sie stünden im Verdacht, eines „sehr schweren Verstoßes gegen Kartellregeln“. Einige der Unternehmen arbeiteten mit der EU-Kommission zusammen. Leidtragende der mutmaßlichen Absprachen seien vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Bei unerlaubter Zusammenarbeit droht Unternehmen in Europa eine Buße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

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„Sehr altes“ Kartell

Die EU-Kommission hat inzwischen konkrete Verdachtsmomente und hat die Firmen darüber informiert. Diese haben nun Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Vestager sagte, das vermutete Kartell sei „sehr alt“ und habe seinen Höhepunkt vor zehn Jahren gehabt.

Eine Daimler-Sprecherin sagte auf Anfrage, man habe „Kenntnis über den Erlass der Beschwerdepunkte“. Der Konzern warte aber noch auf die förmliche Zustellung. Darüber hinaus wollte sie den Vorgang nicht kommentieren. Volvo bestätigte ebenfalls Untersuchungen und teilte mit, man werte nun die Vorwürfe aus. Auch die Volkswagen-Tochter MAN bestätigte Ermittlungen um einen möglichen unerlaubten Austausch von Informationen zwischen den Herstellern. Das laufende Verfahren wollte der Konzern ebenfalls nicht näher kommentieren. Vestager verwies auf Durchsuchungen vom Januar 2011 – damals hatte die EU-Kommission auch die VW-Tochter Scania untersucht.

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