Unternehmen Lokführer streiken von Mittwoch bis Montag

Ein ICE der Deutschen Bahn.

Ein ICE der Deutschen Bahn.© Deutsche Bahn

Alle Einigungsversuche mit der Bahn sind bisher gescheitert. Nun plant die Lokführergewerkschaft GDL den längsten Streik der Geschichte: Von Donnerstag bis Montag sollen die Züge still stehen. Im Güterverkehr geht der Streik sogar schon früher los.

Auf die Kunden der Deutschen Bahn kommt der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu. Von Donnerstag um 2.00 Uhr an wollen die Lokführer im Personenverkehr bundesweit für vier Tage die Arbeit niederlegen. Betroffen sind Fern- und Regionalzüge sowie die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Im Güterverkehr beginnt der Ausstand schon am Mittwochnachmittag um 15.00 Uhr. Das Ende des Streiks ist für Montag, 10. November, um 4.00 Uhr geplant.

Es ist der inzwischen sechste Streik im laufenden Tarifkonflikt und der längste seit Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994. Betroffen sind auch die Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am Wochenende in Berlin.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert.

Verhandlungen scheiterten am Wochenende scheiterten

Bahnchef Rüdiger Grube hatte die Gewerkschaft noch am Dienstag zur Besonnenheit aufgerufen. „Unsere gewachsene Sozialpartnerschaft ist ein hohes Gut“, sagte er beim Arbeitgebertag in Berlin. „Damit muss auch weiterhin sehr verantwortungsvoll umgegangen werden“, fügte Grube hinzu, ohne dabei konkret den laufenden Tarifkonflikt mit der GDL anzusprechen.

Am Wochenende hatte die Gewerkschaft abermals Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Dabei ging es um Spielregeln für die künftige Zusammenarbeit zwischen der Bahn, der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Der Chef der GDL, Claus Weselsky, sagte, man wolle und müsse für alle Mitglieder Tarifverträge aushandeln: „Dieses Grundrecht ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich.“

Veränderungen in der Gewerkschaftslandschaft

Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal Tarifverträge aushandeln zu dürfen. Der von der Bahn vorgelegte Vertragsentwurf sieht ein Verhandlungsmandat der GDL auch für die Zugbegleiter vor.

Sollten sich beide Gewerkschaften aber nicht über Tarifregelungen für diese Berufsgruppe verständigen, soll letztlich das Ergebnis der Verhandlungen mit der EVG gelten. Weselsky sprach von einer „Scheinzuständigkeit für Zugbegleiter“, die die GDL nicht akzeptieren könne.

Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner griff Weselsky an. „Er schadet nicht nur der Bahn, er schadet der Gewerkschaftsbewegung, weil er eine andere Gewerkschaftslandschaft haben will“, sagte Kirchner im Hessischen Rundfunk.

Lokführer-Streiks werden immer länger. Ein Überblick:

1. Warnstreik (1. September)
Personen- und Güterverkehr: 3 Stunden

2. Warnstreik (6. September)
Personen- und Güterverkehr: 3 Stunden

1. regulärer Streik (7. und 8. Oktober)
Personen- und Güterverkehr: 9 Stunden

2. Streik (15. bis 16. Oktober)
Personen- und Güterverkehr: 14 Stunden

3. Streik (17. bis 20. Oktober)
Personenverkehr: 50 Stunden
Güterverkehr: 61 Stunden

4. Streik (6. bis 10. November)
Personenverkehr: 98 Stunden
Güterverkehr: 109 Stunden

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