Unternehmen Lokführer wollen Zugverkehr am Wochenende lahmlegen

Der Tarifstreik der Lokführergesellschaft GDL wurde vorerst abgewendet.

Der Tarifstreik der Lokführergesellschaft GDL wurde vorerst abgewendet.© Deutsche Bahn

Pech für Wochenendpendler und Urlauber: Die Lokführer wollen am Samstag und Sonntag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Arbeit niederlegen. Die Bahn reagiert mit einem Ersatzfahrplan - und mit einem neuen Angebot an die Lokführer.

Im Tarifstreit mit der Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL den Zugverkehr in Deutschland am Wochenende komplett lahmlegen. Im Fern-, Regional- sowie S-Bahnverkehr sollen die Züge ab 2.00 Uhr am frühen Samstagmorgen stehen, wie die GDL am Freitag mitteilte. Im Güterverkehr soll der Ausstand bereits am Freitagnachmittag um 15.00 Uhr beginnen. Das Ende der Streiks ist für Montagmorgen um 4.00 Uhr geplant. In sieben Bundesländern beginnen am Wochenende die Herbstferien.

Die Deutsche Bahn reagierte erneut mit einem Ersatzfahrplan. So soll zumindest ein Teil der Züge eingesetzt werden. Die Bahn bittet Fahrgäste, sich auf ihrer Internetseite über den aktuellen Stand und die Ersatzfahrpläne zu informieren. Außerdem hat der Konzern für Betroffene wieder die kostenfreie Service-Telefonnummer 08000 996633 geschaltet.

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Vom Streik betroffene Kunden können ihre Fahrkarte und Reservierung in den DB-Reisezentren kostenlos erstatten lassen. Reisende mit Zugbindung dürfen auch andere Züge benutzen. Das gelte auch für Sparpreistickets, betonte die Bahn.

Neues Angebot an die Lokführer

Wenige Stunden vor Streikbeginn versuchte der Konzern, die GDL mit einem neuen Tarifangebot zur Absage des Streiks zu bewegen. Das Angebot enthält für die Lokführer eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten. Die Lokführer sollen 2,1 Prozent mehr Geld ab 1. Dezember 2014, dann 1,5 Prozent im Juli 2015 und 1,4 Prozent im Juli 2016 bekommen, wie die Bahn mitteilte. Außerdem soll es für die fünf Monate nach Auslaufen des bisherigen Tarifvertrags im Juni 2014 einen Einmalbetrag von 325 Euro geben.

Die Bahn bekräftigte, auch über andere Berufsgruppen mit der GDL sprechen zu wollen. Das Angebot erfüllt aber nicht die Kernforderung der GDL, Tarifverträge für das gesamte Zugpersonal abschließen zu können. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte dazu in Dresden: „Das Bahn-Management hat einen einzigen Punkt zu entscheiden: Tarifpluralität oder Tarifeinheit. Alles andere ist Schauspiel.“

Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Vor allem aber will sie für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn will hingegen verhindern, dass die GDL auch die Rechte der Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten vertritt. Die Lokführer hatten ihre Arbeit in dieser Woche bereits am Mittwoch für 14 Stunden niedergelegt und damit den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

1 Kommentar
  • ingo ullrich 17. Oktober 2014 20:18

    es wäre schön wenn einer dieser menschen mal darüber nachdenken würde welchen nutzen diese dienstleistung hat
    und dann im 2ten schritt mal über die notwendigkeit
    und vielleicht noch mal darüber was würden sie tun wenn niemand bahn fährt

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