Unternehmen Lufthansa streicht 48 Flüge

Die Piloten der Lufthansa wollen diese Woche wieder streiken.

Die Piloten der Lufthansa wollen diese Woche wieder streiken.© Lufthansa

Dieses Mal trifft es die Langstreckenflüge: Wegen des Streiks der Pilotengewerkschaft Cockpit muss die Airline insgesamt 48 Verbindungen von und nach Frankfurt streichen. Doch gut die Hälfte der geplanten Interkontinentalflüge kann stattfinden, verspricht die Lufthansa.

Fast den ganzen Dienstag über wollen Lufthansa-Piloten Langstreckenflüge bestreiken. Trotz der erneuten Arbeitsniederlegungen sollen aber mehr als die Hälfte der geplanten Interkontinentalflüge stattfinden: Von 57 geplanten Langstreckenflügen im Streikzeitraum zwischen 08.00 und 23.00 Uhr sagte die Fluggesellschaft am Montag nur 25 Verbindungen komplett ab. Auch am Montag sollten bereits Flüge nach Frankfurt ausfallen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre fünfte Streikwelle von vornherein auf Interkontinentalflüge beschränkt, dafür aber die Dauer im Vergleich zu den vorangegangenen Streiks stark ausgeweitet.

32 Maschinen aus dem Streikzeitraum könnten voraussichtlich fliegen, teilte Lufthansa mit. Ein Großteil davon werde von freiwilligen Piloten gesteuert. Zum Teil handelt es sich um sogenannte Manager-Piloten, leitende Lufthansa-Mitarbeiter, die ihre Fluglizenz aufrechterhalten haben. Zwei Abflüge sollen zeitlich vorgezogen und vier auf den folgenden Tag (Mittwoch) verlegt werden. Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr soll nach Angaben der Lufthansa nicht betroffen sein. Auch Langstreckenflüge von München und Düsseldorf sollten starten. Die Flüge der übrigen Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian, Germanwings, Brussels Airlines und Air Dolomiti fänden ebenfalls planmäßig statt.

Anzeige

Die Lufthansa übte heftige Kritik an der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die fortgesetzten Streiks der Vereinigung Cockpit verursachten einen Schaden mit nicht absehbaren Folgen für alle 120.000 Beschäftigten, sagte Kay Kratky, Mitglied des Lufthansa-Passage-Vorstands. „Wir entschuldigen uns bei unseren Gästen ausdrücklich für das Vorgehen der Gewerkschaft, die als einzige Tarifpartei kompromiss- und rücksichtslos die Wahrung ihrer Besitzstände durchsetzen will.“

Fünfte Streikwelle bei der Lufthansa

Es ist bereits die fünfte Streikwelle der Lufthansa-Piloten. Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. „Da das Lufthansa-Management auch weiterhin kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen“, teilte VC mit. Man sei aber weiterhin jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden. Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die Lufthansa aus Spargründen den Einsatz externer Piloten auf Langstrecken prüft. Einen ersten Versuch wolle Airline-Chef Carsten Spohr von November 2015 an bei dem neuen Günstigableger mit dem Namen Jump starten, berichtete der „Spiegel“. Maschinen vom Typ Airbus A340 würden an die Schweizer Fluggesellschaft PrivateAir verliehen und samt eidgenössischem Cockpit-Personal zurückgemietet. Mit diesem Bruch einer jahrzehntealten Konzerntradition könnten touristische Ziele wie Las Vegas oder Mauritius angeflogen werden – und Kosten gespart werden. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte am Sonntag: „Es ist richtig, dass wir alternative Bereederungsmöglichkeiten für unsere 14 Airbus A340-300 prüfen.“ Weitere Details nannte sie nicht.

VC-Sprecher Handwerg bestätigte, dass der geplante Schritt nicht gegen gültige Tarifverträge verstoße. Allerdings könnten sich dann Kunden nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Lufthansa-Cockpit auch tatsächlich Lufthansa-Piloten säßen. Das wäre ein Novum, sagte Handwerg. „Wir bedauern, dass man so vorgeht.“

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.