Unternehmen Lufthansa unter Druck: Ryanair greift nach den Geschäftsreisenden

Ein Flugzeug der Billigairline Ryanair.

Ein Flugzeug der Billigairline Ryanair.© Ryanair

Flugtickets von Ryanair waren bisher nur online buchbar. Jetzt vertreibt die Airline ihre Flüge auch über Reisebürosysteme und greift damit nach dem lukrativen Geschäfts mit Geschäftsreisenden. Wie die Iren den Branchenprimus Lufthansa auf dem deutschen Markt attackieren wollen.

Ryanair-Chef Michael O’Leary ist nicht für Zurückhaltung oder Bescheidenheit bekannt, sein Marketing-Chef Kenny Jacobs steht ihm da offensichtlich in nichts nach: „Wir werden zu Europas wichtigster Fluglinie für Manager“, kündigt der Ire nun in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ an. Schon im Jahr 2017 will die Fluggesellschaft zehn Millionen Geschäftsreisende befördern.

Das klingt ambitioniert. 2014 flogen fast 82 Millionen Kunden mit Ryanair – nur ein Bruchteil davon waren aber Geschäftsreisende. Um dies zu ändern, verfolgt Ryanair offenbar eine mehrstufige Strategie.

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So werden seit gut einem Monat die Flugtickets nicht mehr nur online vertrieben, sondern auch über Reisebürosysteme wie Amadeus mit Sitz in Madrid. Bislang wurden diese Vertriebswege nur von etablierten Anbietern und deren Billigtöchtern genutzt. Mit diesem Schritt hat Ryanair nun umfangreichen Zugang zu zahlungskräftigen und –willigen Geschäftsreisekunden, die häufig kurzfristig buchen und für Tickets laut „Wirtschaftswoche“ durchschnittlich das Zehnfache bezahlen.

Zuvor hatte Ryanair eine Art „Pseudo-Businessklasse“ ins Programm gehoben. Dort gibt es zwar weder Gratisdrinks noch breitere Sitze. Mit der Buchungskategorie „Business Plus“ können Geschäftskunden aber einen Platz ganz vorn bekommen, was schnelleres Aussteigen ermöglicht, oder einen Platz am Notausgang mit mehr Beinfreiheit. Zudem kann am gleichen Tag umgebucht werden und es ist mehr Gepäck erlaubt.

Außerdem will die irische Airline in Zukunft vermehrt die großen Flughäfen anfliegen. Vor allem Businesskunden sind nur bedingt bereit, die kleinen, regionalen Airports zu nutzen.

 

nb/dpa

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