Unternehmen Marihuana-Boom in den USA: Warum ein Silicon-Valley-Milliardär investiert

Deb Greene, die erste Kundin bei der Eröffnung eines Marihuana-Geschäfts in Seattle im vergangenen Jahr: Der Markt für die weiche Droge gilt als Wachstumsbranche in den USA.

Deb Greene, die erste Kundin bei der Eröffnung eines Marihuana-Geschäfts in Seattle im vergangenen Jahr: Der Markt für die weiche Droge gilt als Wachstumsbranche in den USA.© Picture Alliance / AP Photo

Amerikas Marihuana-Industrie wartet auf den "Big Bang": Wenn die gesetzlichen Hürden weiter fallen, kommt das ganz große Geld, glauben viele. Der deutschstämmige Silicon-Valley-Investor Peter Thiel macht den Anfang und steckt Millionen ins Marihuana-Geschäft.

Vor kurzem hatte er noch über vermeintlich bekiffte Twitter-Manager gelästert. Jetzt ist einer der bekanntsten Investoren aus dem Silicon Valley selbst ins Rauschgift-Business eingestiegen. Der in Deutschland geborene US-Investor Peter Thiel hat Millionen in die auf Marihuana-Geschäfte spezialisierte Firma Privateer Holdings investiert. Und setzt damit auf einen vielsprechenden Wachstumsmarkt in Amerika.

Privateer Holdings aus Seattle hält ein Portfolio von drei Start-ups, die sich im Hinblick auf die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA positionieren. Eines davon ist besonders attraktiv: Die Marke „Marley Natural“, für die Privateer die Erben der Reggae-Legende Bob Marley jüngst als Namensgeber gewinnen konnte.

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Ziel der Unternehmung ist es, die erste globale Cannabis-Marke aufzubauen. Der vor 33 Jahren verstorbene Kultstar aus Jamaika soll zu einer Art „Marlboro Man des Marihuanas“ gemacht werden, „Marley Natural“ 2015 mit einer Cannabis-Produktpalette an den Markt gehen und dort, wo es legal ist, auch entsprechende Rauchwaren anbieten. Kritiker mögen die kommerzielle Ausschlachtung des bekannten Namens durch Nachfahren und Investoren so viele Jahre nach Marleys Tod zynisch finden, doch in Amerika scheint das Timing nahezu perfekt.

Branche spekuliert auf weitere Lockerung der Gesetze

Marihuana ist in den USA laut Bundesgesetz zwar nach wie vor illegal. 23 von 50 US-Staaten haben die Droge jedoch schon erlaubt – wenngleich meist nur zu medizinischen Zwecken. Der legale Handel floriert, die Branche dürfte im letzten Jahr weit über zwei Milliarden Dollar an Umsatz gemacht haben. Und das könnte erst der Auftakt sein, denn noch ist der Markt relativ stark reguliert. Die strengen Geldwäschegesetze halten Banken von Krediten und die Wall Street von Investitionen ab.

Das wird sich bald ändern, hofft die Szene. „Es wird der Tag kommen, wenn die Gesetze etwas gelockert werden und das große Geld Zutritt erhält“, sagt Pete Williams vom legalen Marihuana-Handel „Medicine Man“ aus Colorado. Thiels Einstieg ist Wasser auf die Mühlen aller, die glauben, dass der richtige Boom erst noch kommt. Sein Fonds ist an diversen Firmen beteiligt, die als das „nächste große Ding“ gehandelt werden – zu Airbnb, Spotify, Lyft, SpaceX oder Oculus Rift gesellt sich jetzt „Marley Natural“.

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