Unternehmen MeinFernbus und FlixBus fusionieren – steigen nun die Preise?

MeinFernbus ist bisher der größte Anbieter auf dem umkämpften Wachstumsmarkt.

MeinFernbus ist bisher der größte Anbieter auf dem umkämpften Wachstumsmarkt. © MeinFernbus

MeinFernbus und FlixBus fusionieren - und stärken damit ihre Position im umkämpften Fernbusmarkt. Für Kunden dürfte das nicht nur Vorteile haben. Ist nun Schluss mit den Schnäppchenpreisen bei der Bahn-Alternative?

Für Fernbus-Kunden wird die Auswahl kleiner: FlixBus und der Marktführer MeinFernbus fusionieren – und wollen gemeinsam die unangefochtene Nummer eins auf dem deutschen Markt formen. Und mehr als das: Die Start-up-Unternehmen aus Berlin und München nehmen gemeinsam Kurs auf Europa und wollen mehr Fahrten in die Nachbarländer anbieten. Denn in Deutschland zeigen sich nach einem zweijährigen Boom die Grenzen des Wachstums.

„Wir bündeln unsere Stärken zu einem gemeinsamen Ziel und nehmen jetzt Kurs auf Europa“, sagte FlixBus-Gründer Jochen Engert. MeinFernbus-Gründer Torben Greve kündigte dichtere Fahrttakte und mehr Expressverbindungen an. In den nächsten Monaten wollen beide Anbieter ihre Streckennetze flächendeckend verbinden.

Anzeige

Der seit der Liberalisierung vor zwei Jahren boomende Fernbusmarkt bleibt damit in Bewegung. MeinFernbus hatte im vergangenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus 3,5 Millionen. Gemessen an den Fahrgästen dürften beide damit insgesamt gut die Hälfte des Fernbusmarktes abdecken, gemessen am Angebot sind es nach Zahlen des Berliner Iges-Instituts sogar drei Viertel.

Verbraucherschützer rechnen mit steigenden Preisen

„Es war zu erwarten, dass der Markt sich bereinigt“, sagt die Verkehrsexpertin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Marion Jungbluth. Sie hat allerdings Zweifel daran, dass das Bundeskartellamt ausgerechnet bei den Branchenführern den Zusammenschluss genehmigt. Sollte es aber doch zu der Fusion kommen, dann dürften nach ihrer Einschätzung auf einem Teil der Strecken die Super-Dumpingpreise bald Geschichte sein.

Bislang profitierten Kunden von dem Verdrängungswettbewerb. Im vergangenen Jahr sank der Normalpreis pro Kilometer um 14 Prozent auf 8,6 Cent, wie Iges errechnete. Kein Wunder, dass die führenden Unternehmen nach neuen Märkten Ausschau halten.

MeinFernbus seinerseits verspricht jedenfalls nicht, dass die Fahrkarten noch billiger werden. „Genauso günstig wie bisher“, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Investor sieht großes Wachstumspotenzial

Zum Sitz des fusionierten Unternehmens machten die Beteiligten am Mittwoch keine Angaben. Nach Informationen der Berliner Industrie- und Handelskammer wird es die Bundeshauptstadt sein. Allein am Berliner Zentralen Omnibusbahnhof seien 2014 mehr als 170.000 Busse abgefertigt worden, 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem halten Fernbusse am Ostbahnhof, am Südkreuz und am Alexanderplatz.

Über die finanziellen Details des Geschäfts wurde Stillschweigen vereinbart. Beteiligt ist auch der Wachstumsfinanzierer General Atlantic. Dessen Deutschlandchef Jörn Nikolay sprach von einem enormen Wachstumspotenzial im europäischen Fernbus-Linienverkehr.

bas/dpa

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.