Unternehmen Microsoft kauft 6Wunderkinder: Der (mindestens) 100-Millionen-Dollar-Deal

Die Sensation ist perfekt: Microsoft kauft die Berliner App-Schmiede 6Wunderkinder. Was Sie über die spektakulärste Start-up-Übernahme des Jahres wissen müssen.

Warum die Aufregung?

Seit Tagen gab es Gerüchte, am Dienstagabend kam die Bestätigung: Microsoft kauft das Berliner Start-up 6Wunderkinder. Für die Sensationssumme von 100 bis 200 Millionen Dollar – wenn man den Quellen des „Wall Street Journal“ glauben mag. Ein offizielles Statement zum Kaufpreis gibt es nicht.

6Wunderkinder … was machen die noch mal?

6Wunderkinder, 2010 von sechs Berlinern gegründet, gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Start-ups der Berliner Szene. Vielleicht haben Sie sogar eine 6Wunderkinder-App auf Ihrem Handy: die To-Do-Liste „Wunderlist“. 13 Millionen Nutzer weltweit nutzen Wunderlist, um Aufgaben zu verwalten und sich Notizen zu machen – auf dem Smartphone, dem Tablet oder dem PC.

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Schon Ende 2013 sorgte 6Wunderkinder für Schlagzeilen: Damals gewannen die App-Entwickler Sequoia Capital als Geldgeber, einen legendären Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley. Zu den Investoren bei 6Wunderkinder gehören auch der schwedische Fonds Atomico und Earlybird Venture Capital.

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Was sagt Microsoft zu dem Deal?

„Was ist besser, als die letzte wichtige Aufgabe auf deiner To-Do-Liste abzuhaken? Es mit einer schönen und nützlichen Produktivitäts-App zu tun“, schreibt Microsoft-Manager Eran Megiddo in einem Blog-Beitrag am 2. Juni.

Und natürlich geizt er nicht mit Lob für die neuen Kollegen: „Eine so nützliche und populäre Lösung gelingt nicht ohne eine Menge harter Arbeit von einer Gruppe unglaublich smarter, kreativer und talentierter Leute.“

Und wie äußert sich 6Wunderkinder-CEO Christian Reber zur Übernahme?

Er freut sich. „Heute ist ein besonderer Tag für mich und die gesamte Wunderlist-Familie“, schreibt Weber im Firmen-Blog. „Mein Traum ist Realität geworden.“

In dem emotionalen Post bedankt sich Reber bei seinem Team, bei Nutzern, Unterstützern und Investoren. Und bei Microsoft: „Wir sind mehr als begeistert, unsere Reise mit euch fortzusetzen.“ Microsoft biete den Zugang „zu einem Reichtum an Expertise, Technologie und Menschen, von dem eine kleine Firma wie wir nur träumen kann“.

Außerdem kündigt Reber für die nächsten Monate neue Features für Wunderlist an.

Warum gibt Microsoft so viel Geld für 6Wunderkinder aus?

Noch immer macht Microsoft den Großteil seines Umsatzes mit Software für PCs. Doch dieses Geschäft bröckelt – weil immer mehr Menschen Smartphones nutzen statt Computer. Um bei der Expertise für den Smartphone-Markt aufzuholen, geht Microsoft einkaufen. Auf seiner jüngsten Einkaufstour akquirierte der US-Konzern bereits zwei weitere App-Anbieter: die Entwickler der Mailing-App Acompli und der Kalender-App Sunrise Atelier.

Was ändert sich mit der Übernahme bei 6Wunderkinder?

Angeblich nicht viel. Das Team bleibt in Berlin und weiterhin von 6Wunderkinder-Geschäftsführer Christian Reber geleitet. Der bleibt auch für die Produktstrategie verantwortlich.

Wird Wunderlist jetzt kostenpflichtig?

Nein, die Basisversion soll weiter kostenlos bleiben, verspricht Microsoft-Manager Megiddo. Auch das Pricing für die kostenpflichtigen Versionen Wunderlist Pro und Wunderlist für Business will Microsoft vorerst nicht anpassen.

Gibt es Wunderlist nun bald nur noch für Windows?

Nein. Wunderlist soll auch in Zukunft nicht nur auf Microsofts Produkten Windows und Windows-Phone laufen, sondern auch weiterhin für iPhone, iPad, Apple Watch, Mac, Android, und Web verfügbar sein.

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