Unternehmen Mindestlohn für Fleischbranche kommt schrittweise

Würste in einer Fleischerei

Würste in einer Fleischerei© Voyagerix - Fotolia.com

Nachdem der Mindestlohn von 8,50 Euro Gesetz wird, schließen immer mehr Branchen Tarifverträge ab. Damit lässt sich der Mindestlohn etwas aufschieben. Auch in der Fleischbranche.

Die wegen Dumpinglöhnen in Verruf geratene Fleischwirtschaft bekommt einen branchenweit verbindlichen Mindestlohn. Damit darf in der Branche vom 1. August an keiner der etwa 100.000 Beschäftigten weniger als 7,75 Euro in der Stunde verdienen. Das Bundeskabinett habe am Mittwoch eine entsprechende Verordnung gebilligt, teilte das Bundesarbeitsministerium in Berlin mit. Doch die Regelung bedeutet auch, dass die Beschäftigten erstmal nicht vom neuen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro profitieren.

Die zunächst nur für die tarifgebundenen Unternehmen vereinbarte Lohnuntergrenze wird nun für die gesamte Branche verbindlich. Bis zum 1. Dezember 2016 werden die Löhne in drei Schritten auf mindestens 8,75 Euro angehoben.

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Der Mindestlohn in der Fleischwirtschaft beträgt demnach:

ab 1. August 2014: 7,75 Euro
ab 1. Dezember 2014: 8,00 Euro
ab 1. Oktober 2015: 8,60 Euro
ab 1. Dezember 2016: 8,75 Euro

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht die Regelung als „gutes Zeichen, denn gerade in der Fleischwirtschaft wurden in der Vergangenheit oft Hungerlöhne gezahlt“. Damit sei nun Schluss, da es nun „endlich faire Löhne“ gebe. Die Lohnuntergrenze gelte für inländische und ausländische Beschäftigte hierzulande.

„Über Jahre wurde in der Fleischwirtschaft ein System aus miteinander verwobenen Subunternehmen entwickelt, dass die gnadenlose Ausbeutung der Beschäftigten viel zu einfach machte“, sagte Claus-Harald Güster, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Mit der Einführung des Mindestlohnes wird den schlimmsten Formen der Ausbeutung mit Löhnen noch unterhalb von fünf Euro ein Riegel vorgeschoben.“

Allgemeinverbindliche Mindestlöhne in bisher 14 Branchen

Bislang gibt es nun in 14 Branchen allgemeinverbindliche Mindestlöhne. Diese stehen neben dem ab 1. Januar 2015 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Sie dürfen diesen für eine zweijährige Übergangszeit auch unterschreiten.

Derzeit verhandelt die NGG außerdem über die Einführung eines Mindestlohns im Bäckerhandwerk. Die Gespräche werden Ende August fortgesetzt. Die Branche beschäftigt 284.000 Mitarbeiter in Deutschland. In den meisten Bundesländern werde bei den Bäckern der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro aber schon heute überschritten, sagte Peter Becker, der Präsident des Bäckerhandwerks, der „Deutschen Handwerks Zeitung“.

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