• Mittelstand wegen Euro-Schuldenkrise verunsichert

    Die Euro-Schuldenkrise verunsichert den deutschen Industrie-Mittelstand und trübt dessen Geschäftserwartungen. Die Grundstimmung ist zwar nach wie vor positiv, die Perspektiven jedoch sind sehr unsicher.

    Das sagte der Chef des Mittelstandsausschusses der Spitzenverbände BDI und BDA, Arndt Kirchhoff, am Mittwoch in Berlin. „Viele Unternehmen fahren auf Sicht und planen von Monat zu Monat.“ Nach einer Verbandsumfrage rechneten vor allem Exportfirmen mit weniger Geschäften. Sorgen bereite den Unternehmen zudem die schleppende Energiewende. Auch werde wirtschaftspolitischer Stillstand im Zuge der Wahlkämpfe in Deutschland befürchtet.

    „Die Wirtschaftslage im industriellen Mittelstand ist nach wie vor robust“, sagte Kirchhoff. „Aber die Geschäftsaussichten haben sich eingetrübt.“ Die Konjunkturrisiken – Staatsschuldenkrise, Energiepolitik – bestünden unvermindert. Das führe zu Verunsicherung.

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    Laut BDI-Mittelstandspanel beurteilen 46 Prozent der Befragten ihre gegenwärtige Situation positiv. Im Juni seien es noch 53 Prozent gewesen. Der Anteil der Unternehmen mit negativen Äußerungen habe sich in dem Zeitraum von neun auf 17 Prozent nahezu verdoppelt.

    Nach Darstellung der Mittelstandsbank IKB setzt auch der Industrie-Mittelstand zunehmend auf große Schwellenländer wie China, Brasilien und Russland als Absatzmärkte. Dabei gehe es verstärkt auch um Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten. Ein Stück weit werde Export durch Auslandsproduktion ersetzt.

    „Über kurz oder lang wird Deutschland nicht mehr um den Titel des Exportweltmeisters mitspielen“, prognostiziert IKB-Chefvolkswirt Kurt Demmer. Arbeitsplätze in Deutschland seien dadurch aber nicht gefährdet. Es gehe vorrangig um neue Absatzpotenziale und nicht um Verlagerung aus Kostengründen.

    • Quelle: dpa
    • Copyright: impulse.de

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