Themenspezial "Energieeffizienz im Unternehmen"
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Anzeige Fördercase-Serie Teil 1: Öko macht Umsatz

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© KfW

Nachhaltig produziertes Gemüse ist gefragt. Auch die Inhaber von Westhof Bio setzen auf den Trend: Zwölf Millionen Euro investierten sie in Deutschlands größtes Bio-Gewächshaus, das nach ökologischen Kriterien betrieben wird.

Rainer Carstens, 58, und Paul-Heinrich Dörscher, 48, Inhaber des Landwirtschaftsbetriebs Westhof Bio, betreiben Deutschlands größtes Bio-Gewächshaus. Weil es dort fast das ganze Jahr über mollig warm sein muss, haben sie daneben ein Blockheizkraftwerk gebaut. Das Gewächshaus steht in Wöhrden im schleswig-holsteinischen Dithmarschen. Carstens und Dörscher haben einen neuen Markt im Auge: Biotomaten aus Deutschland. Nach Bioland-Kriterien angebaut, energetisch verantwortungsvoll produziert. Nach Jahren der Planung wagten sie sich an die Zwölf-Millionen-Investition, weil sie in Edeka eine Lebensmittelkette fanden, die ihnen alle Biotomaten abnahm. Seit 2013 gedeihen die roten Früchte im feuchtwarmen Klima des vier Hektar großen Bio-Treibhauses. 1.300 Tonnen ernteten die Pflücker im vergangenen Jahr.

„Die Tomate ist eine absolute Lichtpflanze“, sagt Carstens. Er steht in dem grünen Dschungel aus 70.000 Pflanzen, die an kompostierbaren Fäden in die Höhe ranken. Wände und Decke des Gewächshauses, das 255 Meter lang, 155 Meter breit und sieben Meter hoch ist, sind aus besonders lichtdurchlässigem Glas gefertigt. Riesige Gewächshäuser gibt es in Deutschland viele, nach ökologischen Kriterien betriebene nur wenige. Das Blockheizkraftwerk auf dem Westhof läuft mit Gas aus der eigenen Biogasanlage. Mit deren Rückständen wird der Boden im Gewächshaus gedüngt, die Anlage liefert zudem den für die Tomatenzucht wichtigen Stickstoff. Mit Regenwasser aus dem Rückhaltebecken neben dem Gewächshaus werden die Tomaten bewässert. Das Projekt finanzierte der Westhof mit Mitteln aus dem KfW-Programm ‚Erneuerbare Energien Premium‘.

20 Kilo Tomaten isst jeder Deutsche im Jahresschnitt. Bioware aus Deutschland ist selten und deshalb gefragt. „Der ökologische Gedanke spielt bei unseren Stammkunden eine große Rolle“, sagt Maike Carstens, 31. Wie ihre drei Geschwister arbeitet auch sie im elterlichen Betrieb. Ihr Vater war einer der Bio-Vorreiter in dieser Gegend. Rainer Carstens stellte den Westhof 1989 auf biologischen Landbau um. Sein Nachbar Dörscher schaute sich das ein paar Jahre an und dachte zunächst: „Was macht der Rainer da? Ohne Tiere? Der hat ja den ganzen Winter nichts zu tun.“ Er selber merkte, dass er Jahr für Jahr mehr spritzte, um die Erträge zu halten. 2002 taten sich Carstens und Dörscher zusammen. Heute haben sie rund 1.000 Hektar unterm Pflug. Westhof Bio ist damit einer der größten Bio-Gemüsebetriebe in Deutschland. Er beschäftigt 110 Mitarbeiter, davon 20 im Gewächshaus, und noch mal so viele Saisonkräfte.

Auf dem Trecker sitzen die beiden Agrarstrategen zum eigenen Leidwesen nicht mehr oft. Die Liebe zu Land und Beruf ist geblieben. Das Schönste dabei? „Vielleicht“, sagt Dörscher, „wenn man an einem Frühjahrsabend über die Felder geht und das junge Grün der Möhren in der tiefstehenden Sonne leuchtet.“

Mehr Informationen zum Förderkredit der KfW unter www.kfw.de/271

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