Themenspezial "Energieeffizienz im Unternehmen"
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  • Serie
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© KfW

Fossile Brennstoffe? Nein, danke! Die Firma Solarcomplex unterstützt Kommunen beim Umstieg auf Wärme oder Strom aus der Sonne. Zum Beispiel in Büsingen am Rhein.

Die Zentralheizung von Büsingen steht auf einer Wiese am Hang oberhalb des Dorfes. Sonnenkollektoren gruppieren sich um einen Betonkubus. Draußen ist es noch kühl, doch die Sonne scheint und deshalb ist es ein guter Tag für Bene Müller. Im Innern des Kubus deutet er auf den Bildschirm des Laptops, mit dem sich die Heizung überwachen lässt. „Da, sehen Sie: 12,6 Grad. Und hier: 77 Grad.“

Müller, Vorstand des Unternehmens Solarcomplex, möchte Kommunen davon überzeugen, sich ein Nahwärmenetz auf Basis regenerativer Energiequellen zuzulegen. Handfeste Argumente liefern Tage wie dieser im März. Während die Sonne die Umgebungstemperatur nur auf 12,6 Grad bringt, erhitzen ihre Strahlen die Vakuumröhren der Sonnenkollektoren so, dass die Wassertemperatur im Speicher der Heizzentrale bei 77 Grad liegt. Genug, um damit im Ort heizen und duschen zu können.

Büsingen liegt zwischen Schaffhausen und dem Bodensee, ist umgeben von der Schweiz und hat 1.300 Einwohner. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz gilt in der deutschen Enklave nicht. Deshalb war klar: Anders als bei seinen bisherigen Bioenergiedörfern konnte das Singener Unternehmen nicht mit Photovoltaik oder Biogas operieren, weil diese Energiegewinnung in Büsingen nicht staatlich gefördert wird. So entstand die Idee, das Heizwasser für die Büsinger auch von der Sonne erwärmen zu lassen, von der Sonne und einem Hackschnitzelbrenner. In den Sommermonaten reicht die Solarthermie. Der Ofen, der nur mit naturbelassenen Holzresten aus der Region gefüttert wird, steht dann still.

Dreizehn Dörfer und Kleinstädte, zwischen 500 und 5.000 Einwohner groß, haben sich von Solarcomplex bereits Wärmeleitungen legen lassen. In den nächsten fünf Jahren sollen zehn dazukommen, alle aus dem Gebiet rund um den Bodensee. Ein ‚regeneratives Stadtwerk‘ nennt Müller sein Unternehmen, dessen Gesellschafterkreis auf mittlerweile mehr als 1.000 angewachsen ist, das 40 Mitarbeiter beschäftigt und seit 2003 jedes Jahr Gewinn gemacht hat.

Markus Möll ist Bürgermeister von Büsingen seit 2012, dem Jahr, in dem der Ort sein Nahwärmenetz bekam. Das Projekt sei ‚eine positive Geschichte‘, sagt er. Alle öffentlichen Gebäude hängen am Netz: Rathaus, Schule, Kindergarten, auch das Restaurant und Hotel Alte Rheinmühle, das die Kommune verpachtet hat. Die meisten angeschlossenen Büsinger Bürger, berichtet Möll, zahlen zurzeit weder mehr noch weniger als früher mit ihrer Ölheizung im Keller. Die Frage, ob sich die Abkehr von den fossilen Brennstoffen rechnet, wird am häufigsten gestellt. „Ökologische Argumente sind nur für 10, 15 Prozent der Bevölkerung maßgeblich“, weiß Müller aus Erfahrung. Für die Wirtschaftlichkeit der Solarcomplex-Investition sorgt ein Darlehen der KfW. 3,75 Millionen Euro hat beispielsweise das Büsinger Projekt gekostet, rund 75 Prozent davon stammen aus dem KfW-Programm ‚Erneuerbare Energien Premium‘. Dessen Vorteil ist der Tilgungszuschuss. Ohne den, sagt Müller, „würde die Finanzierung nicht funktionieren“.

Mehr Informationen zum Förderkredit der KfW unter www.kfw.de/271

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