Unternehmen Mitten im Weihnachtsgeschäft: Streiks bei Amazon

Das Logo von Amazon.

Das Logo von Amazon.© Amazon

In der Adventszeit läuft das Geschäft auf Hochtouren - und Mitarbeiter des Versandhandelsriesen Amazon legen die Arbeit in Bad Hersfeld und in Leipzig nieder. Kunden müssen mit verspäteten Auslieferungen rechnen.

Mitten im Weihnachtsgeschäft setzen Beschäftigte des weltgrößten Online-Versandhändlers Amazon mit erneuten Streiks ein Zeichen in dem Dauer-Tarifkonflikt. Bereits in der Nacht zum Montag begannen die Ausstände in Bad Hersfeld.

Am größten deutschen Standort beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi im Tagesverlauf 500 Mitarbeiter an dem Streik. Am Nachmittag legten nach Verdi-Angaben auch knapp 200 Beschäftigte in Leipzig die Arbeit bis zum Ende der Spätschicht nieder. Amazon bilanzierte, dass an beiden Standorten weniger als 810 Mitarbeiter dem Streikaufruf gefolgt seien. Die Mehrheit der Beschäftigten habe gearbeitet.

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Laut Gewerkschaft soll am Dienstag aber wieder normal gearbeitet werden. Ob in den nächsten Tagen an anderen Standorten zu weiteren Ausständen aufgerufen wird, ließ Verdi offen. Beobachter rechnen bis Weihnachten mit weiteren Streikwellen der Gewerkschaft.

Amazon sieht sich als Logistiker

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte: „Amazon hat es in der Hand, der Forderung der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag und existenzsichernden Einkommen sowie würdigen Arbeitsbedingungen entgegenzukommen und diese Streiks zu beenden.“ Solange sich das Unternehmen weigere, werde es weiterhin zu Arbeitsniederlegungen kommen. Mit den Weihnachtsangeboten sei der Arbeitsdruck noch einmal deutlich gestiegen.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Versandhändler zu Tarifgesprächen zu Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das strikt ab und sieht sich selbst als Logistiker. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks. Das Unternehmen beschäftigt in bundesweit neun Warenlagern knapp 10.000 Mitarbeiter.

Verspätete Auslieferungen

Die hessische Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke sagte in Bad Hersfeld: „Amazon macht den Kunden derzeit viele Angebote zum Weihnachtsshopping. Die Mitarbeiter hätten auch gern ein Angebot – ein Gesprächsangebot für bessere Arbeitsbedingungen.“ Mit dem Streik glaubt die Gewerkschaft, den Branchenriesen treffen zu können. Amazon teilte aber mit, dass es zu keinen verspäteten Auslieferungen komme.

„Amazon wird sein Lieferversprechen an Kunden mit Hilfe des europäischen Logistiknetzwerks aus 28 Logistikzentren in sieben Ländern einschließlich Großbritannien, Frankreich, Polen und der Tschechischen Republik einhalten“, sagte Amazon-Sprecherin Anette Nachbar.

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