Unternehmen Mode 3.0: Einmal aussehen wie Angelina Jolie, bitte!

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© dpa

Fotos, Größentabellen, Farbauswahl? Reicht nicht, sagen Online-Modehändler wie Zalando. Sie wollen Kunden, die im Netz Klamotten shoppen, mit neuen Funktionen ködern. Der Bekleidungshandel im Netz dürfte sich in den nächsten Jahren noch einmal drastisch verändern.

Selbst wenn die Hyperdynamik im Online-Handel abflauen dürfte: Der Trend, dass die Bundesbürger immer mehr Lebensmittel, Möbel und Kleidung im Internet kaufen, setzt sich fort. „Da gibt es noch einiges an Luft nach oben“, sagt Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Modehändler und Textilketten investieren deshalb weiter kräftig ins Online-Geschäft. „Der Handel verändert sich massiv. Wer da nicht mitgeht, wird in ein paar Jahren massive Probleme haben“, sagte KiK-Chef Heinz Speet jüngst in Düsseldorf. Die Billigmode-Kette will ihr Online-Geschäft in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. Der Umsatz im Internet soll von 20 Millionen Euro in diesem Jahr auf 100 Millionen Euro 2020 steigern. Zusätzlich zum eigenen Online-Shop plant der Billiganbieter ab Mai den Start einer Verkaufsplattform auf eBay.

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In kaum einem anderen Handelsbereich boomt das Online-Geschäft so sehr wie bei Textilien. Nach Angaben des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) landete im vergangenen Jahr schon gut jeder siebte Euro, der für Mode ausgegeben wurden, in der Kasse eines Online-Shops. Der Marktanteil der Internethändler lag bei rund 15 Prozent – mit steigender Tendenz.

Wie der Online-Shop der Zukunft ausssehen könnte

Inzwischen hat fast jeder große Textilhändler in Deutschland – ob H&M oder C&A, Karstadt oder Kaufhof – einen Online-Shop. Die Wachstumsraten der stationären Platzhirsche sind zum Teil durchaus beeindruckend. So legte der E-Commerce bei der Metro-Tochter Kaufhof im vergangenen Geschäftsjahr – allerdings von niedrigem Niveau kommend – um 64 Prozent zu.

Gemeinsam ist den Internet-Auftritten der stationären Händler meist, dass sie in der Optik an mehr oder weniger aufwendig inszenierte Versandhauskataloge erinnern. Ob dies auf die Dauer ausreicht, um Amazon, Zalando und Co. erfolgreich Paroli zu bieten, ist eine andere Frage. Denn die Internet-Stars arbeiten bereits mit viel Energie an den Online-Shops der Zukunft. Und die könnten künftig ganz anders aussehen.

Rubin Ritter, Vorstandsmitglied von Zalando, gab kürzlich auf der Fachtagung „Tengelmann eDay“ Einblick in die Zukunftswerkstatt des Online-Händlers. Heute komme der Kunde noch auf die Seite und suche sich aus einem sehr breiten Sortiment etwas aus. In Zukunft aber werde der Verbraucher viel komplexere Fragen und Erwartungen haben, glaubt Ritter. „Er wird zu Beispiel sagen: Ich möchte gerne aussehen wie ein bestimmter Schauspieler. Zalando, könnt ihr mir sagen, was ich dafür kaufen muss und könnt ihr mir das auch schnell liefern?“ Noch würde eine solche Anfrage das Unternehmen überfordern, räumte Ritter ein. Zalando arbeite aber daran, das zu ändern.

Was Amazon plant

Auch Jens Uwe Intat von Amazon ließ auf der Tagung keinen Zweifel daran, dass der US-Riese noch viel im Modegeschäft vorhat. Lange Zeit habe Amazon mehr Wert auf Effizienz als auf Ästhetik bei der Produktpräsentation gelegt. Doch in Zukunft werde sich das ändern, zum Beispiel bei der Luxusmode.

Junge Unternehmen wie Stylight.de zeigen bereits, wie Online-Shops in Zukunft aussehen könnten. Die Homepage des Start-ups erinnert an eine Modezeitschrift. Lesegeschichten wie: “Warum dein Finanzberater jetzt zum Kauf einer Chanel-Tasche rät“ oder Bekleidungstipps wie „Das perfekte Büro-Outfit für morgen“ verknüpft die Seite mit passenden Einkaufstipps, die direkt angeklickt werden können und den Leser auf die Verkaufsseiten von rund 100 Partner-Shops bringen.

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