Unternehmen Infrastruktur: Bahn investiert 28 Milliarden Euro bis 2019

Die Bahn plant für 2015 den Austausch von rund 3800 Kilometern Schienen, 2000 Weichen und 2,5 Millionen Schwellen.

Die Bahn plant für 2015 den Austausch von rund 3800 Kilometern Schienen, 2000 Weichen und 2,5 Millionen Schwellen.© herreneck - Fotolia

Es ist das größte Bauprogramm, das es je bei der Bahn gegeben hat. Allein 2015 sollen über 5 Milliarden Euro ins bestehende Schienennetz fließen. Kunden müssen landesweit mit Ersatzverkehr und längeren Fahrzeiten rechnen – von Berlin bis München.

Die Deutsche Bahn saniert im kommenden Jahr an rund 80 Strecken Gleise, Weichen und Brücken. Bahnfahrer müssen deshalb zeitweise längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. „Im Regelfall sind das zehn bis zwanzig Minuten“, sagte der Fahrplanmanager bei der Bahn-Netztochter, Jörg Sandvoß, am Montag in Berlin.

Bei Umleitungen etwa können es aber auch bis zu 60 Minuten sein. Dies trifft im kommenden Frühjahr an vier Wochenenden Reisende auf der Strecke von Köln nach Frankfurt am Main. Die ICE-Fernzüge werden dann nicht auf der Hochgeschwindigkeitstrasse, sondern am Rhein entlang fahren.

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Allein 2015 sollen 5,3 Milliarden Euro ins bestehende Schienennetz fließen, sagte Bahn-Vorstand Volker Kefer. Mit insgesamt 28 Milliarden Euro bis 2019 werde „die größte Modernisierungsoffensive“ gestartet, die es bislang für die Infrastruktur der Bahn gegeben habe. Davon kommen nach Worten Kefers 11,4 Milliarden Euro aus Eigenmitteln der Bahn, die übrigen 16,6 Milliarden vom Eigentümer Bund.

Der Bund stellt dabei für die Instandhaltung jährlich rund eine Milliarde Euro jährlich mehr zur Verfügung als bisher. Die entsprechende Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung soll Anfang 2015 unterzeichnet werden. Die Bahn plant allein im kommenden Jahr den Austausch von rund 3800 Kilometern Schienen, 2000 Weichen und 2,5 Millionen Schwellen. Außerdem sollen 125 Brücken erneuert werden.

Die wichtigen Baustellen im Überblick:

S-Bahn Berlin: Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

Hannover-Göttingen: Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

Köln-Frankfurt: Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

Köln-Aachen: Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

Mannheim-Stuttgart: Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

Nürnberg-Ansbach: Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

München-Ingolstadt: Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

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