Unternehmen Motorprobleme beim Mercedes: Daimler ruft in Deutschland 114.000 Fahrzeuge zurück

Die Produktion im Daimler-Werk in Sindelfingen.

Die Produktion im Daimler-Werk in Sindelfingen.© Daimler

Wegen defekter Dichtungen muss der Autobauer Daimler massenweise Fahrzeuge zurückrufen. Es ist die neuste Episode einer Pannenserie in der Autobranche: 2014 wurden laut einer Studie so viele Fahrzeuge in die Werkstatt zurückbeordert wie nie zuvor. Angeführt wird die Negativstatistik von einem US-Hersteller.

Jetzt hat es auch Daimler erwischt: Der Autobauer muss in Deutschland 114 000 Fahrzeuge zurückrufen. Der Grund: Motorprobleme. Wie das Unternehmen am Mittwoch erklärte, könne bei einigen der Fahrzeuge mit Vier-Zylinder-Dieselmotor Öl am Kettenspanner des Motors austreten. Die Dichtringe. Schuld seien fehlerhafte Dichtringe.

Zurückgerufen werden mehrere Pkw- und Van-Modelle von Mercedes, die von Februar bis November 2014 produziert wurden, und mit dem Motor OM651 ausgestattet sind, welcher schon früher für Probleme gesorgt hatte. Die Halter der betroffenen Wagen wurden von Daimler bereits über das Kraftfahrtbundesamt informiert. Die Autofahrer werden aufgerufen, ihr Fahrzeug in die Werkstatt zu bringen, wo die Dichtung am Kettenspanner ausgetauscht wird.

Pannenserie setzt sich fort

Mit dem Rückruf von Daimler geht die Pannenserie der Autobauer weiter. 2014 wurden einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) zufolge so viele Fahrzeuge zurückgerufen wie noch nie. Vor allem der amerikanische Hersteller General Motors musste massenweise Fahrzeuge zurück in die Werkstätten beordern. Grund waren defekte Zündschlösser, die bei voller Fahrt in die Aus-Position springen können. General Motors räumte ein, dass dadurch mindestens 42 Menschen gestorben seien. Bei dem Entschädigungsfonds, der für die Betroffenen und deren Familien eingerichtet wurde, sind sogar Forderungen für 251 Todesopfer eingegangen.

General Motors musste 2,6 Millionen Autos aus den Baujahren 2003 bis 2011 zurückrufen. Ein anderer Hersteller, der die Statistik nach oben treibt ist der japanische Zulieferer Takate. Er hatte defekte Airbags ausgeliefert.

Deutsche Hersteller stehen im Vergleich gut da

Die Autohersteller schneiden bei den Rückrufen ganz unterschiedlich ab. Bei der CAM-Studie wurde der US-Markt als Referenz verwendet, weil dort die Bedingungen für Rückrufe besonders streng sind. Bei der Untersuchung wurde die Zahl der Rückrufe ins Verhältnis zu den Neuzulassungen gesetzt. Das Ergebnis kann über 100 Prozent liegen, weil – wie im Fall von General Motors – auch ältere Fahrzeuge betroffen sein können.

Im Schnitt betrug die Rückrufquote im Jahr 2014 sagenhafte 379 Prozent. Das bedeutet, es wurden pro neu zugelassenem Fahrzeug fast 3,8 Fahrzeuge zurückgerufen. Spitzenreiter ist Generalmotors mit einer Quote von 912 Prozent. Bei BMW lag die Rückrufquote bei 227 Prozent, Volkswagen kam auf 161 Prozent. Daimler erreichte eine starke Quote von 76 Prozent, allerdings sind in diese Zahl die aktuellen Rückrufe noch nicht eingegangen. Gut steht Volvo da: Der schwedische Autobauer musste keinen einzigen Wagen zurückrufen.

 

nb/dpa

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