Unternehmen Tiefrote Zahlen: Modehersteller Strenesse stellt Insolvenzantrag

Strenesse - im Bild die Website des Modeherstellers - hat vor kurzem einen Insolvenzantrag gestellt.

Strenesse - im Bild die Website des Modeherstellers - hat vor kurzem einen Insolvenzantrag gestellt.© impulse.de/Stefan Düsterhöft

Der Modehersteller Strenesse schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Im Februar stand das Unternehmen bereits kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Jetzt hat die Geschäftsführung die Reißleine gezogen und einen Insolvenzantrag gestellt. In Eigenverwaltung soll das Unternehmen nun saniert werden.

Der angeschlagene Modehersteller Strenesse hat nach jahrelangen hohen Verlusten einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Grund für diesen Schritt seien drückende Altlasten, die die Sanierung des Unternehmens behinderten, teilte Strenesse am Mittwoch in Nördlingen mit. Der Sanierungsexperte Michael Pluta wurde in den Vorstand des Unternehmens berufen, um die Restrukturierung zu begleiten. Der Geschäftsbetrieb gehe uneingeschränkt weiter, erklärte Vorstandschef Luca Strehle. Das Nördlinger Amtsgericht bestätigte, dass das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet wurde. Von der Insolvenz sind mehr als 350 Beschäftigte betroffen.

Der renommierte Modehersteller befindet sich seit langem in finanziellen Schwierigkeiten, schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen bei schwindendem Umsatz und stand erst im Februar vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Inhaber einer Schuldverschreibung über zwölf Millionen Euro entschieden, dass Strenesse drei Jahre Luft bekommt und das Geld erst 2017 zurückzahlen muss. In der Zwischenzeit sollte ein Sanierungsplan inklusive Personalabbau umgesetzt werden. Das Unternehmen zeigte sich daraufhin optimistisch, wieder die Gewinnzone erreichen zu können.

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Die Zahlen, die Unternehmenschef Strehle im Februar den Gläubigern präsentierte, waren dramatisch. Damals rechnete er im laufenden Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag von 8,1 Millionen Euro bei einem Umsatz von nur noch 44,2 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr würde der Erlös damit um ein Drittel einbrechen, der Verlust würde sich vervielfachen. In der Bilanz 2011/12 standen ein Umsatz von knapp 66 Millionen Euro und ein Jahresfehlbetrag von fast 1,1 Millionen Euro in den Büchern.

Sanierungsplan soll konsequent umgesetzt werden

Dennoch billigten die Gläubiger die Pläne des Vorstands mit einer Mehrheit von rund 96 Prozent der Anwesenden. „Damit ist für das Unternehmen ein wichtiger Baustein der Finanzierung gesichert“, sagte Strehle anschließend. Zudem kündigte er an, dass sich der Modehersteller, der sich noch vollständig im Besitz der Gründerfamilie Strehle befindet, nach einem Investor umschauen werde.

Der Sanierungsplan werde trotz des Insolvenzantrags in den nächsten Monaten konsequent umgesetzt, betonte Luca Strehle am Mittwoch. „Wir wollen den begonnenen Weg der Restrukturierung weiter fortsetzen und das Unternehmen künftig so aufstellen, dass wir Wachstumschancen nutzen und dabei sehr kostendiszipliniert arbeiten.“

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