Unternehmen Neue Bahncard soll Fernbus-Kunden zurücklocken

Ein ICE auf der Fahrt durch Deutschland

Ein ICE auf der Fahrt durch Deutschland© Deutsche Bahn/Uwe Miethe

Lange hat die Bahn gepennt. Jetzt fährt der Konzern im Abwehrkampf gegen die neue Bus-Konkurrenz neue Strategien auf: kostenlose Reservierungen, bessere Verbindungen und eine neue Bahncard.

Die Deutsche Bahn will mit einem neuen Bahncard-Format an die Bus-Konkurrenz verlorene Kunden zurückgewinnen. Nach den Plänen des Vorstands sollen noch in diesem Jahr alle Bahncards auch für drei Monate zu kaufen sein, wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Bisher wird nur die Einsteiger-Bahncard für drei Monate angeboten, alle anderen Rabattkarten muss man im Jahresabo kaufen. Der Aufsichtsrat will heute über die Strategie entscheiden.

Die Neuerungen bei der Bahncard sind Teil eines neuen Konzepts, das auch kostenlose Reservierungen in der zweiten Klasse umfassen soll, wie Konzern- und Regierungsvertreter der Agentur Reuters mitteilten. Zudem sollen die Sparangebote ausgeweitet und günstiger werden.

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Geplant ist auch eine Ausweitung des Angebots: Neben neuen Streckenangeboten sollen die Fernzüge IC und ICE auch häufiger halten. Im Regionalverkehr könnten 350 neue Haltepunkte entstehen.

Verzicht auf Preiserhöhung

Hintergrund ist die eher magere Bilanz des Jahres 2014, die das Unternehmen am Donnerstag veröffentlichen will. Medienberichten zufolge schrumpfte der Umsatz trotz einer Preiserhöhung Ende 2013 um 1,3 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Das Ergebnis soll vor Zinsen und Steuern bei 212 Millionen Euro liegen – ein Drittel weniger als noch 2013.

Die Bahn hatte zuletzt deutlich Kunden an die neuen Fernbuslinien verloren, mit denen man oft zwar langsamer, dafür aber deutlich günstiger ans Ziel kommt. Aus diesem Grund hatte der Konzern schon auf die sonst im Dezember übliche Preiserhöhung in der zweiten Klasse verzichtet. In der ersten Klasse sind seither die Reservierung und W-Lan im Ticketpreis enthalten.

nb/dpa

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