Unternehmen Oettinger-Chef Dirk Kollmar ist tot

Dirk Kollmar 2012 in der Oettinger Brauerei in Gotha

Dirk Kollmar 2012 in der Oettinger Brauerei in Gotha © dpa

Erst vor einem Jahr übernahm Dirk Kollmar Deutschlands größte Brauerei von seinem Vater. Nun ist der Mann, der sich selbst als "Vollblutunternehmer" bezeichnete, an Herzversagen gestorben. Er wurde nur 50 Jahre alt.

Der Chef der Brauerei Oettinger ist tot. Dirk Kollmar starb bereits am Samstag im Alter von 50 Jahren an den Folgen eines Herzversagens. Die Unternehmensleitung hatte Kollmar erst im vergangenen Jahr von seinem Vater Günther übernommen, der im Februar 2013 im Alter von 75 Jahren verstorben war.

Kollmars Vater hatte die einst kleine Brauerei zu einem Imperium ausgebaut: 1956 übernahm die Familie das Unternehmen – und schuf aus der Lokalbrauerei die größte Biermarke Deutschlands. Als Mitte der 70er-Jahre große Supermärkte in Mode kamen, nutzte Günther Kollmar früh diesen neuen Vertriebsweg. Niedriger Preis und kaum Werbung, dazu mehrere Braustätten in Deutschland – aus diesen Zutaten schuf Kollmar einen großen Player auf dem zersplitterten deutschen Biermarkt. Oettinger hat heute rund 1100 Mitarbeiter.

Seit über 20 Jahren lebte der gebürtige Bayer Dirk Kollmar in Thüringen. Er galt als bodenständiger Mann. Floskeln und Hierarchien waren ihm zuwider. Sich selbst bezeichnete er in einem Gespräch mit impulse im Februar 2012 als „Vollblutunternehmer“. Vielseitig war er auch: Er spielte leidenschaftlich gern Basketball und brachte zwei Kinderbücher auf den Markt.

Nach dem plötzlichen Tod Dirk Kollmars sollen die bisherigen Co-Geschäftsführer das Unternehmen weiterführen. „Von der operativen Führung her gibt es keine Notwendigkeit für Veränderungen“, sagte Vertriebs-Geschäftsführer Jörg Dierig am Dienstag in Gotha. Neben Dierig werden künftig Michael Mayer (unter anderem Personal und Finanzen) sowie Karl Liebl (Technik, Einkauf, Logistik) die dreiköpfige Unternehmensleitung bilden.

Das Unternehmen bleibe vollständig im Besitz der Familie Kollmar, sagte Dierig. Bislang sei es aber noch zu früh, darüber nachzudenken, dass ein anderes Familienmitglied in die Geschäftsführung aufrücken könnte. Details zu den Gesellschaftsanteilen der Familienmitglieder nannte Dierig nicht.

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