Unternehmen Kreativwettbewerb: „Familienunternehmen ticken einfach anders“

"Der Mittelstand denkt in Generationen und nicht Quartalen", ist Rainer Kunst, Geschäftsführer von Kunst und Kollegen überzeugt. Im Kurzinterview erfahren Sie, welche Plakate die Agentur beim Kreativwettbewerb "Familienunternehmen" eingereicht hat - und welches Konzept dahinter steckt.

Das Team von Kunst und Kollegen: (v.l.) Hendrik Spree (Text), Magnus Siemens (Art Direction), Svenja Rahner (Beratung), Steffi Dumke (Creative Direction) und Geschäftsführer Rainer Kunst. © Kunst und Kollegen

Das Team von Kunst und Kollegen: (v.l.) Hendrik Spree (Text), Magnus Siemens (Art Direction), Svenja Rahner (Beratung), Steffi Dumke (Creative Direction) und Geschäftsführer Rainer Kunst. © Kunst und Kollegen© Kunst und Kollegen


Herr Kunst, „Hauptversammlung“ – was steckt hinter Ihrem Plakat?

Unter einer Hauptversammlung stellt man sich häufig eine riesige Messehalle vor, ein steifes Ambiente und Hunderte Menschen, die den Blick starr nach vorne gerichtet haben. Aber Hauptversammlungen von Familienunternehmen sehen anders aus als bei Konzernen. Es können gleich mehrere Generationen zusammensitzen, vom Opa bis zum Enkel. Die Stimmung ist vertraut, lebendig, man rückt zusammen. Durch die Kombination des belebten Bildes und dem Wort Hauptversammlung wird dieser Kontrast deutlich.

Wo sehen Sie den Unterschied zwischen Konzernen und mittelständisch geprägten Familienunternehmen?

Die großen Konzerne sind fremdfinanziert, börsennotiert und von Managern geführt, die nur die nächsten Quartalszahlen im Blick haben. Ob es das Unternehmen noch in zehn Jahren geben wird, spielt für sie keine Rolle. Sie wollen den schnellen Gewinn und denken nicht in Generationen. Familienunternehmen hingegen ticken anders. Für sie spielt es eine große Rolle, nachhaltig erfolgreich zu sein. Es wird darauf geachtet, dass in Innovationen investiert wird, dass das Unternehmen Substanz hat, um langfristig zu bestehen. Darauf baut auch unserer Claim für die Plakataktion auf: „Wir denken in Generationen, nicht in Quartalen.“

Warum sind Familienunternehmen so wenig in der Öffentlichkeit präsent?

Viele mittelständische Familienunternehmer sind Einzelkämpfer. Ich glaube, dass sie sehr mit sich und ihrer Branche beschäftigt sind. Sich gemeinsam über die Inhaberschaft als Marke zu positionieren, ist bisher nicht so präsent gewesen.


Das Plakat von der Kunst und Kollegen Kommunikationsagentur:

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Ein paar Worte zu Ihrer Agentur …
Kunst und Kollegen ist Familienunternehmen. 2009 habe ich die Agentur gegründet, sie gehört mir zu hundert Prozent und auch meine Frau arbeitet hier. Deshalb finde ich mich in der Kampagne selbst wieder. Mittlerweile haben wir 30 Mitarbeiter und im vergangenen Jahr ein Büro in New York eröffnet. Wie wir selbst zeichnen sich auch unsere Kunden durch eine bunte Mischung aus: von der ERGO Versicherung über Schwarzkopf und Weight Watchers bis hin zum Düsseldorfer Flughafen.

Wo soll das Plakat hängen?
Auf Jobmessen würde ich das Plakat gerne platzieren. Die Arbeitsbedingungen in den Familienunternehmen sind besonders ein Thema für Mitarbeiter. In den Rankings der attraktivsten Arbeitgeber herrschen Konzerne vor, aber mittelständische Familienunternehmen sind genauso gut. Absolventen sollten sich überlegen, ob sie diese nicht einer Konzernkarriere vorziehen. Das Plakat könnte aber auch von den Familienunternehmen selbst in ihre Kommunikation eingebaut werden, zum Beispiel ein Mitarbeiter- oder Kundenmagazin.

Sie sind innovativ, bilden aus und prägen ihre Region: Familienunternehmen. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, auch als attraktive Arbeitgeber stehen sie nur selten im Mittelpunkt.

Das Hamburger Institut für Familienunternehmen, impulse und die Beratung Francis Drake Agenturnavigator wollen mit einem Kreativwettbewerb den Fokus neu justieren. 27 Agenturen haben Plakatvorschläge eingereicht. Eine Jury aus Wissenschaft und Praxis entscheidet über die besten Motive, die in impulse abgedruckt werden.

Auch Ihre Meinung ist gefragt: impulse lobt zusätzlich einen Publikumspreis aus. Auf der Website stellen wir jeden Tag ein Plakat vor. Ab dem 20. Oktober können Sie dann hier für Ihren Favoriten stimmen.

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