Unternehmen Plakataktion Familienunternehmen: „Mittelständler zeigen Herzblut“

Familienunternehmen treiben die deutsche Wirtschaft an und trotzdem lastet ihnen oft ein verstaubtes Image an. Beim Kreativwettbewerb haben kleine und große Agenturen Vorschläge eingereicht. impulse.de stellt jeden Tag ein Plakat und die Köpfe dahinter vor. Dieses Mal: Michael Schipper von der Schipper Company.

Das Team der Schipper Company: (hinten v.l.) Sarah Basten (Senior Art Director), Michael Schipper (Geschäftsführer), Gesche Reinecke (Reinzeichnung), Daria Deya-Ulrich (Junior Art Director) sowie (vorne v.l.) Friederike Schlosshauer (Geschäftsleitung), Kristin Happel-Gnangui (Senior Copy Writer), Stefanie Prüsch (Junior Art Director), Svenja Stodtmeister (Senior Art Director) und Dr. Tillman Bardt (Client Service Director). ©  Schipper Company

Das Team der Schipper Company: (hinten v.l.) Sarah Basten (Senior Art Director), Michael Schipper (Geschäftsführer), Gesche Reinecke (Reinzeichnung) und Daria Deya-Ulrich (Junior Art Director) sowie (vorne v.l.) Friederike Schlosshauer (Geschäftsleitung), Kristin Happel-Gnangui (Senior Copy Writer), Stefanie Prüsch (Junior Art Director), Svenja Stodtmeister (Senior Art Director) und Dr. Tillman Bardt (Client Service Director). © Schipper Company

Herr Schipper, „Herzblut für Deutschland“ – was steckt dahinter?

Die Idee „Herzblut“ ist aus dem Kern des Themas heraus entstanden: dem Familienblut. Die Familienunternehmer sind tief miteinander verbunden und zeigen Herzblut, ein besonderes Engagement für ihr Unternehmen. Es zeichnet sie aus, dass sie sich von sich heraus, sozusagen mit jedem Herzschlag, für ihren Betrieb einsetzen. Die Blutkarte von Deutschland auf dem Plakat verdeutlicht die große Anzahl von Familienunternehmen. Das zweite Plakat mit dem Slogan „Blut ist dicker als DAX“ bringt den Gedanken auf den Punkt. In Familienunternehmen hält man zusammen, nichts ist dicker als Blut. Bei einer Aktiengesellschaft ist stattdessen die Position im Aktienindex relevanter.

Das dritte Plakat unterscheidet sich sehr von den zwei anderen Entwürfen.

Das Gemälde zeigt ein großes Familienporträt mit Männern, Frauen und Kindern. Darüber steht „Es bleibt nicht in der Familie. Familienunternehmen haben Deutschland mehr zu geben“. Denn eine Familie arbeitet nicht nur für sich selbst, sondern ist mit dem Land, der Kultur und der Gesellschaft verbunden. Sie geben der Gesellschaft durch finanzielle Abgaben aber auch durch ihre Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern viel zurück. Von einem Familienbetrieb profitieren also viel mehr Menschen als nur die Unternehmer selbst.

Wo sehen Sie den Unterschied zwischen Konzernen und mittelständisch geprägten Familienunternehmen?

Die mittelständischen Familienbetriebe sind die Masse, wohingegen die Konzerne nur sehr wenige sind. Stattdessen liest man aber sehr viel über die großen und wenig über die Mittelständler. Das ist meiner Meinung nach sehr schade. Was ein Familienunternehmen besonders macht, ist das sprichwörtliche Herzblut, das besondere persönliche Engagement der Unternehmer. Und das nehmen wir wörtlich. Denn unser Plakat ist mit gespendetem Familienunternehmerblut gedruckt, das wir der Druckfarbe beimischen.


Die Plakate von Schipper Company:


Warum sind Ihrer Meinung nach Familienunternehmen so wenig in der Öffentlichkeit präsent?

Es ist nur eine Vermutung, aber ich denke, dass sie unter anderem öffentlichkeitsscheu sind. Aus Vorsicht, um nicht überheblich zu wirken, klappern sie nicht so laut mit ihren Erfolgen. Dazu kommt der Aspekt, dass man seine tägliche Arbeitszeit priorisieren muss. Widmet man sich der Pressearbeit und der Positionierung des Unternehmens oder konzentriert man sich auf die Kunden und die Qualität der Arbeit? Ich selbst setzte die Hauptkonzentration auf unsere Kunden und unsere Arbeit, das vermittle ich auch an meine Mitarbeiter.

Ein paar Worte zu Ihrer Agentur …

Die Schipper Company wurde Anfang 2013 gegründet. Heute haben wir bereits 60 Mitarbeiter an zwei Standorten, dem Hauptsitz in Hamburg und in Frankfurt am Main. Die meisten unserer Kunden kommen bisher aus dem Handelsbereich und sind Familienunternehmen, wie Hess Natur, dm oder Jacques’ Wein-Depot.

Wo sollen Ihre Plakate hängen?

Durch die Recherche zu der Plakataktion ist mir klar geworden, wie enorm der Anteil der mittelständischen Familienbetriebe am Erfolg der deutschen Wirtschaft ist. Deswegen würde ich gerne die Plakate beim Bundestag, beim Finanzministerium oder den Börsen platzieren. Damit sich die dortigen Entscheider fragen: Wer ist die breite Masse, die das Land trägt und den größten Beitrag leistet?

Sie sind innovativ, bilden aus und prägen ihre Region: Familienunternehmen. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, auch als attraktive Arbeitgeber stehen sie nur selten im Mittelpunkt.

Das Hamburger Institut für Familienunternehmen, impulse und die Beratung Francis Drake Agenturnavigator wollen mit einem Kreativwettbewerb den Fokus neu justieren. 27 Agenturen haben Plakatvorschläge eingereicht. Eine Jury aus Wissenschaft und Praxis entscheidet über die besten Motive, die in impulse abgedruckt werden.

Auch Ihre Meinung ist gefragt: impulse lobt zusätzlich einen Publikumspreis aus. Auf der Website stellen wir jeden Tag ein Plakat vor. Ab dem 20. Oktober können Sie dann hier für Ihren Favoriten stimmen.

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