Unternehmen Rocket Internet startet schwach an der Börse

Oliver Samwer, Vorstandsvorsitzender und Gründer von Rocket Internet, kurz vor dem Börsenstart des Unternehmens in Frankfurt am Main.

Oliver Samwer, Vorstandsvorsitzender und Gründer von Rocket Internet, kurz vor dem Börsenstart des Unternehmens in Frankfurt am Main.

Die Börsengänge von Zalando und Rocket Internet waren als Meilensteine für die deutsche Online-Wirtschaft gefeiert worden. Doch die Aktien kommen bei Anlegern schlecht an. Auch die Start-up-Schmiede Rocket Internet startete am Donnerstag schwach an der Börse – ist dort aber trotzdem mehr wert als die Lufthansa.

Die Startup-Schmiede Rocket Internet ist am Donnerstag sehr schwach an der Börse gestartet. Nach einem ersten Kurs exakt auf dem Ausgabepreis von 42,50 Euro setzte eine steile Talfahrt ein. Binnen weniger Minuten fiel der Preis unter die Marke von 37 Euro. Zum Mittag kletterte der Kurs wieder zurück an die Marke von 41 Euro.

Auch die Aktie des am Vortag gestarteten Online-Händlers Zalando fiel am Donnerstag deutlich unter den Ausgabepreis. Die beiden Börsengänge waren als Meilensteine für die deutsche Internet-Wirtschaft gefeiert worden.

Anzeige

Rocket Internet hatte mit dem Ausgabepreis die Preisspanne von 35,50 Euro bis 42,50 Euro komplett ausgeschöpft. Die Firma erlöst bei dem Börsengang rund 1,6 Milliarden Euro und war zum Börsenstart bis zu 6,7 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Die Lufthansa als Dax-Konzern kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von etwa 5,85 Milliarden Euro.

Börsengang vorgezogen

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet ist es, Internet-Unternehmen aufzubauen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Online-Handel und Dienstleistungen. Die Startup-Produktion ist wie am Fließband organisiert, ein Geschäftsmodell wird schnell in verschiedenen Ländern an den Start gebracht. Mittlerweile ist Rocket Internet mit rund 50 Firmen in 116 Ländern aktiv. Zu den größten zählen die Möbelhändler Home 24 und Westwing. An Zalando sind die Samwers mit knapp 15 Prozent beteiligt.

Die Hauptinvestoren bei Rocket Internet sind die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer. Nach dem Börsengang halten die noch knapp 40 Prozent, Oliver Samwer ist der Firmenchef.

Rocket Internet hatte den Börsengang um eine Woche vorgezogen, nachdem die Platzierung der Aktien bei Investoren vorzeitig abgeschlossen worden war. Nach Ablauf aller Sperrfristen sollen rund 24 Prozent der Aktien von Rocket Internet an der Börse gehandelt werden. Sowohl bei Zalando als auch bei Rocket hatte es in den vergangenen Tagen geheißen, dass die Nachfrage der Investoren viel höher als das Angebot an Aktien gewesen sei.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.