Unternehmen Roland Koch im Kurzportrait: Polit-Profi mit vorzeitig beendetem Manager-Job

Roland Koch räumt seinen Chefposten bei Bilfinger.

Roland Koch räumt seinen Chefposten bei Bilfinger.© Bilfinger SE

Als Politiker gehörte Roland Koch über lange Zeit zum innersten Führungszirkel der CDU. Als Top-Manager muss er schon nach etwas mehr als drei Jahren vorzeitig seinen Posten räumen.

Einige Zuhörer waren überrascht, als Roland Koch bei der Hauptversammlung der Bilfinger SE im Mai bekanntgab, große Teile des Tiefbaugeschäfts abstoßen zu wollen. Es ist ein großer Schritt für ein Unternehmen, das rund 120 Jahre lang vor allem ein Baukonzern war. Nun wird der 56-Jährige Bilfinger voraussichtlich verlassen – weil er nach eigener Aussage mit wesentlichen Teilen des Aufsichtsrats bei der Beurteilung der nächsten notwendigen Maßnahmen „nicht ausreichend“ übereinstimmt.

Seit Mitte 2011 leitete Koch als Vorstandsvorsitzender die Geschäfte bei den Mannheimern. Davor hatte sich der CDU-Politiker aus Eschborn bei Frankfurt als hessischer Ministerpräsident einen Namen gemacht. Dabei gab er sich oft als durchsetzungsfähiger, strategischer Denker – weniger als klassischer Landesvater.

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Wirtschaft hatte Koch immer gereizt

Die Wirtschaft hatte Koch immer gereizt – und sich nach seinem Eindruck gar nicht allzu sehr von der Politik unterschieden. „Die Verantwortung in der Wirtschaft ist direkter – für die Aufträge und für die Mitarbeiter“, sagte er in seiner Anfangszeit bei Bilfinger.

Gespannt, aber nicht aufgeregt sei er in den neuen Job gestartet. Der gelernte Jurist und Vater von zwei Kindern, der in der politischen Debatte mit scharfen Tönen zu polarisieren pflegte, gilt im persönlichen Gespräch als charmant und witzig.

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