Unternehmen Schaden durch Produktpiraterie steigt auf neuen Rekordwert

Eine CNC-Maschine

Eine CNC-Maschine© Alterfalter - Fotolia.com

Deutschlands Maschinenbauer werden immer dreister beklaut. Produktpiraten kopieren ganze Maschinen, beliebtes Ziel ist Hightech. Der geschätzte Schaden kletterte jetzt auf einen neuen Höchststand. Nun formt sich eine neue Allianz zur Piratenjagd.

Die illegale Schattenwirtschaft mit Plagiaten und Nachbauten kostet die deutschen Maschinenbauer jedes Jahr Milliarden – Tendenz weiter steigend. Einer Umfrage zufolge sind inzwischen fast drei von vier Maschinen- und Anlagenbauern (71 Prozent) von Produkt- und Markenpiraterie betroffen, wie der Branchenverband VDMA am Montag zum Start der Industrie-Weltleitmesse in Hannover berichtete. Basis der Analyse, die den jährlichen Schaden mit schätzungsweise 7,9 Milliarden Euro beziffert, ist eine Umfrage unter 3100 VDMA-Firmen.

Die alarmierend hohe Schadenssumme sei ein neuer Höchststand. Der VDMA berichtete, der unterstellte Umsatzverlust der 7,9 Milliarden Euro habe einen Gegenwert von rund 40.000 Arbeitsplätzen. Betroffen von der illegalen Nachahmung und dem Diebstahl geistigen Eigentums sei vor allem der Hightech-Bereich. Allen voran litten die Sparten Holzbearbeitung, Textilmaschinen und Landtechnik. Dort habe die Umfrage ergeben, dass rund 90 Prozent der Befragten betroffen sind.

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Als Gegenmittel will die Branche Deutschlands industrielles Know-how künftig stärker gegen Spionage und Diebstahl schützen. Auf der Messe unterzeichnete Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Montag eine entsprechende Absichtserklärung mit dem VDMA. Der Schaden erreiche immer größere Ausmaße, betonte auch der Verfassungsschutz.

Maaßen hatte erst vor kurzem mit Hinweis auf das Risiko eines zunehmenden Daten-Diebstahls mehr Engagement der deutschen Wirtschaft bei der Datensicherheit gefordert. Seine Behörde will angesichts der wachsenden Gefahr einer Ausspähung von Unternehmen und ihres technologischen Fortschritts stärker mit der Wirtschaft zusammenarbeiten und ihre Beratung intensivieren. Maaßen hatte sich zuletzt auf der Computermesse CeBIT im Fall von Cyberattacken für ein Meldesystem bei derartigen Fällen ausgesprochen.

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