Unternehmen Finanzinvestor steigt bei Schuhhandelskette Görtz ein

Eine Görtz-Filiale in Hannover.

Eine Görtz-Filiale in Hannover.© Görtz

Verhandlungen mit dem Otto-Konzern und dem Eigentümer der Einzelhandelskette Reno über eine Unternehmensbeteiligung scheiterten. Jetzt übernimmt der Finanzinvestor Afinum 40 Prozent der Anteile am angeschlagenen Hamburger Schuhhändler Görtz.

Der Münchner Finanzinvestor Afinum stärkt den Schuhfilialisten Görtz mit frischem Geld. Afinum steigt als strategischer Partner mit einer Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent bei der Ludwig Görtz GmbH ein, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Mit dem Kapital sollen Filialen modernisiert und der Online-Verkauf vorangetrieben werden. Über die Höhe der Finanzspritze wurde Stillschweigen vereinbart.

Afinum beteiligt sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 an mittelständischen Unternehmen, darunter ist aktuell zum Beispiel auch der Möbelhersteller Thonet. Görtz hatte sich im vergangenen Jahr auf die Suche nach Investoren gemacht. Zunächst hatte der Schuhhändler mit dem Otto-Konzern über eine Beteiligung verhandelt. Auch der Konkurrent HR Group mit der Schuhhandelskette Reno interessierte sich für Görtz.

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Das 1875 gegründete Familienunternehmen aus Hamburg war 2011 in die schwarzen Zahlen gerutscht und musste seitdem Dutzende Läden schließen und Stellen streichen. Görtz verkaufte zudem seine Schweizer Schuhkette Pasito-Fricker und eine IT-Tochter – zusammen waren dort mehr als 800 Mitarbeiter tätig. Ingsesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit noch rund 3200 Mitarbeiter und betreibt 170 Filialen.

Görtz will keine Schuhe mehr unter 50 Euro anbieten

„Die Geschäftsführung hat im vergangen Jahr die richtigen Weichen gestellt“, sagte Familiengesellschafter und Verwaltungsratschef Ludwig Görtz. 2013 schrieb das Unternehmen bei einem Umsatz von rund 365 Millionenen Euro zumindest operativ wieder schwarze Zahlen.

Im 1. Quartal 2014 sei Görtz doppelt so stark gewachsen wie der Markt  mit einem „guten zweistelligen“ Wachstum, ergänzte ein Firmensprecher. Der Saisonverlauf mit Frühlingstemperaturen sei gut für die Mode- und Schuhbranche gewesen. Auch die Umstellung der Schuhkollektionen habe sich ausgezahlt, sagte der Sprecher. Ware unterhalb von 50 Euro biete Görtz nicht mehr an. Der Filialist setzt auf „höhere Stilsicherheit sowie höhere Qualität“ – jenseits der 70 Euro.

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