Der schweizerisch-irische Backwarenkonzern Aryzta kauft für 280 Millionen Euro die deutsche Großbäckerei Klemme. Die “strategische Akquisition” des in Eisleben (Sachsen-Anhalt) ansässigen Unternehmens entspreche den Plänen Aryztas, seine Geschäfte durch Übernahmen geografisch auszuweiten, erklärte der Konzern am Mittwoch in Zürich.
Klemme betreibt laut Aryzta mit rund 1400 Mitarbeitern sieben Produktionsstätten und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 229 Millionen Euro. Zusammen mit Klemme werde Aryzta einer der führenden Anbieter von vorgefertigten Backwaren, die im Laden aufgebacken werden. “Klemme ist eine sehr gut ausgestattete Bäckerei mit einer beneidenswerten Reputation für Innovation und Produktionsleistung”, sagte Aryzta-Chef Owen Killian.
Die Akquisition will der Konzern aus eigenen Mitteln finanzieren. Aryzta verfügt bislang über 16 Produktionsstandorte in Europa, 24 in Nordamerika sowie zahlreiche weitere Standorte in Südamerika, Asien, Australien und Neuseeland. Das Unternehmen ist an den Börsen in Zürich und Dublin notiert.
Übernahmen von Hess, Ditsch und Tegut
Mit der Übernahme setzten in der Schweiz ansässige Konzerne ihre Einkaufstour in Deutschland im Nahrungsmittel- und Einzelhandelsbereich fort. Erst im vergangenen September war der Mainzer Brezelbäcker Ditsch samt seinem weit verzweigten Verkaufsstellennetz von der Schweizer Valora-Gruppe gekauft worden. Im Oktober übernahm der Schweizer Handelsriese Migros die Fuldaer Supermarktkette Tegut mit rund 300 Filialen. Beim Ökomoden-Hersteller Hess Natur aus dem mittelhessischen Butzbach hat seit Juni 2012 der Schweizer Finanzinvestor Capvis das Sagen.