Unternehmen Schwieriger Endspurt für die Azubis

Die Zahl der Koch-Lehrlinge hat sich  deutschlandweit in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Bei jungen Männern ist der Beruf aber nach wie vor unter den Top Ten.

Die Zahl der Koch-Lehrlinge hat sich deutschlandweit in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Bei jungen Männern ist der Beruf aber nach wie vor unter den Top Ten.© dpa/picture-alliance

14,3 Prozent aller Azubis in Deutschland schmeißen hin - jeder zweite sogar erst gegen Ende der Ausbildung. Besonders hohe Abbrecherquoten gibt es in einer Branche, von der junge Leute durchs Fernsehen ein völlig falsches Bild haben.

Prüfungsangst oder Stress mit den Kollegen: Wer seine Ausbildung abbricht, wirft einer Studie zufolge häufig erst gegen Ende das Handtuch. Fast die Hälfte aller Abbrecher (45 Prozent) geben mehr als ein Jahr nach Beginn der Lehre auf, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) hervorgeht. Insgesamt schmeißen hierzulande 14,3 Prozent aller Azubis hin oder wechseln den Ausbildungsberuf.

„Was sich zeigt, ist, dass relativ viele aufgrund von Prüfungsangst gegen Ende abbrechen“, sagte Autor Bernhard Boockmann. Daher sei auch stärkere Unterstützung der Berufsschulen nötig. Zwei Jahre später war der Studie zufolge mehr als jeder sechste Abbrecher ohne Arbeit oder neue Ausbildung.

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In kleinen Betrieben brechen Lehrlinge ihren Werdegang der Studie zufolge häufiger ab als in großen. Ursachen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaftler unter anderem fehlende Ausbildungsstrukturen.

Gastronomen in der Ausbildung geben besonders häufig auf

Zudem ließen sich in kleinen Unternehmen persönliche Probleme schwerer lösen. Ein weiterer Grund sei, dass diese Betriebe tendenziell auch weniger gut qualifizierte Jugendliche ausbildeten – entsprechend hoch sei das Risiko, dass sie die Lehre vorzeitig abbrächen.

Angehende Gastronomen schmeißen der Studie zufolge besonders häufig hin: „Die Jugendlichen haben des Bild des Fernsehkochs vor Augen und finden sich in der Großküche wieder“, sagte Boockmann. „Das sind häufig falsche Vorstellungen.“

1 Kommentar
  • Dr. Böhm 1. Oktober 2014 07:27

    Das Problem ist einfach, daß mittlerweile auch potentielle Hilfsschüler einen Hauptschulabschluß bekommen (ohne gefördert worden zu sein), potentielle Hauptschüler den Realschulabschluß und der Rest kriegt gleich ein Abitur geschenkt. Wer mit Schulabschluß keinen Dreisatz rechnen kann, hat im Ausbildungsberuf Probleme.

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