Unternehmen Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Das können Arbeitgeber und Arbeitnehmer tun

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland musste schon Erfahrungen mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sammeln. Was Sie als Arbeitgeber und Arbeitnehmer tun können.

Vom zotigen Spruch bis zum sexuellen Übergriff: Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland ist einer aktuellen Studie zufolge schon einmal Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geworden. Durch das Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz sind Arbeitgeber verpflichtet, bei sexueller Belästigung einzugreifen. Für Arbeitnehmer, die belästigt werden, gibt es Verhaltenstipps.

Was Arbeitgeber bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz tun müssen

Wenn es einen Fall von sexueller Belästigung in Ihrem Unternehmen gibt, sind Sie verpflichtet, die betroffenen Beschäftigten zu schützen.

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Jeder Fall sexueller Belästigung muss ernst genommen werden – egal aus welcher Hierarchieebene im Unternehmen Opfer und Täter kommen. Täter können abgemahnt, umgesetzt oder im schlimmsten Fall entlassen werden. Belästigt ein Kunde einen ihrer Mitarbeiter, können Sie diesem ein Hausverbot erteilen.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz sind Sie verpflichtet, Ihre Mitarbeiter über ihre Rechte bei Diskriminierungen aufzuklären. Das kann beispielsweise über Aushänge oder im Intranet geschehen. Einen detaillierten Leitfaden zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz finden Sie hier.

Was Arbeitnehmer bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz tun können

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes rät Opfern sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, ihre Gefühle ernst zu nehmen und auf Belästigungen zu reagieren. Dazu gibt es konkrete Möglichkeiten, die Sie – je nach Einzelfall – anwenden können:

  • Erklären Sie gegenüber dem Täter, dass Sie sich von ihm oder ihr belästigt fühlen – und machen Sie deutlich, dass Sie dies nicht mehr wünschen. „Kündigen Sie Konsequenzen an“, rät die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.
  • Egal ob Sie von Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden belästigt werden: Informieren Sie in jedem Fall Ihren Arbeitgeber. Er hat die Pflicht, Sie vor sexueller Belästigung zu schützen.
  • Führen Sie ein Gedächtnisprotokoll, in dem Sie sexuelle Übergriffe dokumentieren.
  • Ansprechpartner im Unternehmen sind die betriebliche Beschwerdestelle, Gleichstellungsbeauftragte und der Betriebs- oder Personalrat. Sollte Ihr Arbeitgeber nicht reagieren oder selbst derjenige sein, der Sie belästigt, holen Sie sich Hilfe von außen – beispielsweise bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: www.antidiskriminierungsstelle.de, Infotelefon 030/18 555 186.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre „Grenzen setzen – Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?“.

 

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