Unternehmen Sieben Ideen

So wird der Pappteller zum Werbeträger

So wird der Pappteller zum Werbeträger

Schlüsselfertige Kitas, gesundes Fast Food und Werbung auf Wurstpappen. Sieben Geschäftsideen mit Zukunftspotenzial

Heizen per Klick

Mit der Tado-App auf dem Smartphone lässt sich die Heizung zu Hause von jedem Ort der Welt aus steuern. Ein Klick genügt. „Die Applikation berücksichtigt zudem die Besonderheiten der Immobilie“, sagt Leopold von Bismarck, Marketingchef des 2011 gegründeten Startups. So merkt sich das Programm beispielsweise, wie sich Sonneneinstrahlung auf die Temperatur auswirkt oder wie schnell eine Wohnung nachts auskühlt.

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Die Kosten für den Service: einmalig 149 Euro plus eine Jahresgebühr in Höhe von 99 Euro. Die ersten 1.000 Beta-Kunden müssen nur die Jahresgebühr zahlen. „Die Pilotphase im Winter 2011 und 2012 hat gezeigt: Nutzer können durchschnittlich 27 Prozent ihrer Energiekosten einsparen“, sagt von Bismarck. Die Idee überzeugte bereits zwei Venture-Capital-Geber. In diesem Jahr will Tado den Breakeven erreichen.

Vorlaufzeit: 2 Jahre
Startkapital: keine Angaben
Website: www.tado.com

Hmmmm! Brokkolipulver

Gesundes Fast Food klingt wie ein Widerspruch, Essen in Pulverform nicht gerade nach Genuss. Dennoch verkaufen sich die Produkte von Lebepur bereits in Europa, Amerika und Dubai. Das Startup pulverisiert Gemüse und Früchte. Der Kunde kippt Milch oder Joghurt dazu, umrühren – fertig. „Vor allem Frauen kaufen unsere Drinks“, sagt der Berliner Gründer Thomas Straßburg. Derzeit sind die Produkte im Einzelhandel oder Onlineshop erhältlich, sie schmecken nach Apfel-Kiwi, Brokkoli, Weizengras oder Spinat. 200 Gramm kosten 9,90 Euro und reichen für zehn Mahlzeiten. Bei 15 bis 20 Bestellungen am Tag schreiben die Gründer derzeit gut 15.000 Euro Umsatz im Monat. 30 Prozent bleiben als Gewinn.

Vorlaufzeit: 2 Jahre
Startkapital: 7.000 Euro
Website: www.lebepur.de

Tierversuche überflüssig

Bis zur Produktreife werden noch zwei bis drei Jahre vergehen, einen Preis haben die Gründer von Keratas aber bereits gewonnen, den ­Science4Life Venture Cup 2013. Zwei Aachener Forscher entwickeln eine Technologie, die die Schädlichkeit von Arznei, Chemikalien und Kosmetika analysiert. „Die dabei verwendete Hornhaut von Augen ersetzt die sonst ­notwendigen Tierversuche“, sagt Mitgründer Felix Spöler. Finanziert wird Keratas über Forschungsgelder aus der Industrie und das Programm Exist-Forschungstransfer. Ende 2013 soll der Breakeven erreicht werden.

Vorlaufzeit: 4 Jahre
Startkapital: 800.000 Euro
Website: in Arbeit

Effizient werben

Eine Werbestrategie umzusetzen ist aufwendig: das Medium recherchieren, Preise herausfinden, mit jedem Anbieter Rabatte aushandeln. „Bei uns können sämtliche Informationen ­online recherchiert und der Werbeplatz kann anschließend über das Internet gebucht werden“, sagt Matthias-Cornelius Völcker, Gründer der Münch­ner Crossvertise GmbH. Der Service gilt für alle Varianten – ob Plakat, Radio, Fernsehen oder Zeitschrift – und ist für Firmen kostenlos. „Unsere Datenbank beinhaltet Angaben zu rund 90 Prozent der deutschen Medien“, so Völcker. Das Startup wurde bereits bei mehreren Gründerwettbewerben ausgezeichnet, erhielt das Exist-Gründerstipendium und sammel­te Venture-Capital in siebenstelliger Höhe ein.

Vorlaufzeit: 2,5 bis 3 Jahre
Startkapital: ca. 900.000 Euro
Website: www.crossvertise.com

Fertig zum Einzug

Sie ersparen Ihren Bauherren viel Stress. Lilia Kleemann und Nathalie Dziobek-Bepler übergeben Kindergärten schlüsselfertig – sie kümmern sich um die Planung, die Genehmigungen, Fördermittel, den Bau und die Inneneinrichtung. „Wenn wir fertig sind, kommen am nächsten Tag die Kinder“, sagt Kleemann. Zwölf Projekte mit einem Volumen zwischen 100.000 und 500.000 Euro haben die Berliner Architektinnen bereits umgesetzt. Von Beginn an schrieben sie schwarze Zahlen, inzwischen beschäftigt ihre Firma Baukind fünf Mitarbeiterinnen. Als Nächstes wollen sie Betriebskitas bauen sowie Kindertagesstätten in Seniorenwohnheimen.

Vorlaufzeit: keine
Startkapital: 20.000 Euro
Website: www.baukind.de

Dippen ohne Reue

Künstliche Säuren, Aromen, Sättigungsmittel und Zucker – alles tabu für Jens Wages, 37. „In unseren Dressings gibt es überhaupt keine ­Zusatzstoffe“, sagt der Mitgründer von Emils Feinkost. Rund 5 Euro kostet ein 250-ml-Glas. Produziert wird in einer Einrichtung für sozial Benachteiligte in Stuttgart. Der Vertrieb läuft über Biomärkte, in diesem Jahr wollen die Gründer auch Restaurants und Kantinen für sich gewinnen. „Die ersten Rezepte haben wir in der eigenen Küche ausprobiert, entsprechend niedrig waren unsere Startkosten“, sagt Wages. 2012 gab es die Auszeichnung Best New Product der Messe Biofach. In den schwarzen Zahlen sind die Unternehmer bereits.

Vorlaufzeit: 9 Monate
Startkapital: keines
Website: www.emils.com

Parolen auf Pappe

Zwei Jahre tüftelte Sascha Eckhoff daran, die schmalen Pappteller, auf denen Imbissbuden ihre Bratwürste servieren, in einen Werbeträger zu verwandeln. Die technische Lösung war schnell gefunden: Eine lebensmittelechte Folie wird von hinten bedruckt und per Heißprägung auf die herkömmliche Pappe geklebt. Die Umsetzung dauerte länger. „Die Pappen sollten ­bereits ab 5.000 Stück günstig lieferbar sein.“ Einen Lieferanten zu finden war schwerer, als Eckhoff dachte. Nach langer Suche tat sich der 40-Jährige mit der Luckenwalder Tüten- und Papptellerfabrik zusammen. 5.000 bedruckte Wurstpappen kosten den Endkunden 980 Euro. Edeka wurde der erste Kunde, ein zweites Unternehmen orderte gleich 700.000 Stück, die Gewinnzone war erreicht. Ende 2012 hat der Geschäftspartner seine Maschinen allerdings nach Polen verkauft. Eckhoff hat bereits verhandelt. „Ab Februar soll von dort aus die Produktion weitergehen.“

Vorlaufzeit: 13 Monate
Startkapital: 10.000 Euro
Website: www.werbepappe.de

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