Unternehmen Der Sixt-Fahrdienst myDriver und der Uber-Effekt

Der Fahrdienst myDriver plant einen eigenen Fuhrpark mit 100 Wagen.

Der Fahrdienst myDriver plant einen eigenen Fuhrpark mit 100 Wagen.© David Ulrich

Der umstrittene Fahrdienst Uber schreckt die traditionelle Taxibranche auf. Konkurrent myDriver sieht große Marktchancen für alternative Fahrdienste und nutzt die Uber-Debatte für das eigene Marketing.

Der Taximarkt in Deutschland ist im Umbruch – und neben Uber will auch der Sixt-Fahrdienst myDriver angreifen. „Perspektivisch – in Richtung 2020 – könnte der Anteil alternativer Anbieter auf dem Taximarkt 20 Prozent erreichen“, sagte der Geschäftsführer von myDriver, Carl Schuster. „Davon wollen wir mindestens die Hälfte erreichen.“

Derzeit liegt der Marktanteil alternativer Fahrdienste wie myDriver laut Schuster allerdings geschätzt bei lediglich unter einem Prozent. myDriver sei deren Marktführer. Zu konkreten Umsatzzahlen oder Umsatzzielen wollte Schuster sich nicht äußern. Der Gesamtmarkt habe einen Umsatz von derzeit rund drei Milliarden Euro.

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„Der Markt ist deutlich in Bewegung, der Umbruch wird sich noch verstärken“, sagte Schuster. Dabei profitiere auch myDriver davon, dass alternative Fahrdienste durch die aktuelle Uber-Debatte bekannter werden.

Jeder Chauffeur hat Personenbeförderungsschein

Uber betreibt eine App, über die man Fahrten mit einem Chauffeurdienst, aber auch mit privaten Fahrern buchen kann. Taxi-Unternehmen sehen darin einen unfairen Wettbewerb, weil für private Fahrer nicht die strikten Regeln des Beförderungsgewerbes gelten.

Schuster sagte, myDriver wolle sich von Uber abgrenzen. „Wir wollen nicht mit Uber in einen Topf geworfen werden. myDriver grenzt sich ab von einem Anbieter, der bewusst gegen Gesetze verstößt: „Bei myDriver habe jeder Chauffeur einen Personenbeförderungsschein, jedes Fahrzeug sei konzessioniert.

Der myDriver-Geschäftsführer äußerte zugleich Kritik an der klassischen Taxibranche. „Der Markt ist extrem fragmentiert und reguliert. Die Branche wird seit Jahrzehnten ineffizient geführt.“ Es gebe je nach Stadt einheitliche Taxipreise – „egal wie gut oder schlecht die Dienstleistung ist“.

Eigener Fuhrpark mit 100 Wagen für myDriver geplant

myDriver habe gerade die 100.000ste Fahrt absolviert, sagte Schuster. Das Unternehmen vermittle zum einen Fahrten an 1500 externe Partner, baue aber zum anderen einen eigenen Fuhrpark auf. Bis Jahresende soll dieser von derzeit 50 auf 100 eigene Wagen anwachsen.

myDriver profitiere dabei auch von den guten Einkaufskonditionen seiner Mutter Sixt. Deutschlands größter Autovermieter Sixt beziehe pro Jahr mehr als 150.000 Fahrzeuge. Zum Vergleich: derzeit gibt es in Deutschland rund 50.000 Taxen und rund 20.000 Taxi-Unternehmen.

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