Unternehmen Taxipreise: So teuer ist Taxifahren 2015

Durch den seit Januar gültigen gesetzlichen Mindestlohn sind die Taxipreise deutlich gestiegen, in einer Stadt sogar um 40 Prozent. Taxifahren ist so teuer wie nie.

Gerade einmal 5,50 Euro bis 6,50 Euro haben Taxifahrer zuletzt durchschnittlich verdient, in Mecklenburg-Vorpommern sogar zum Teil nur 3,50 Euro. Seit dem 1. Januar werden nun 8,50 Euro fällig – und das schlägt sich merklich in den Preisen nieder. Im Bundesdurchschnitt müssen Taxinutzer nun pro Fahrt 20 Prozent mehr bezahlen, sagte der Geschäftsführer des Taxi- und Mietwagenverbands BZP, Thomas Grätz, am Freitag in Frankfurt.

Bildergalerie: Taxipreise in den größten deutschen Städten

In den einzelnen Regionen steigen die Preise allerdings sehr unterschiedlich. Ein paar Beispiele: Spitzenreiter ist Erfurt mit einem Preisanstieg von 40 Prozent, es folgt Leipzig mit 25 Prozent. In Hannover, Köln, Stuttgart, Dresden, Chemnitz und Essen müssen Kunden 20 Prozent oder mehr draufzahlen. Dortmund und Münster melden ein Plus von 18 Prozent. In Hamburg – bekannt für seine hohen Taxipreise – gibt es nur eine Erhöhung um acht Prozent. Die Taxiunternehmen können ihre Preise nicht selbst festsetzen, vielmehr müssen die neuen Tarife von den Genehmigungsbehörden der Städte und Gemeinden gestattet werden. Berlin hat etwa noch keine Entscheidung gefällt.

Auch Standzeiten müssen bezahlt werden

Mit Einführung des Mindestlohns müssen Taxibetreiber ihren Fahrern nun auch die Standzeiten mit 8,50 Euro vergüten. Dies blieb ihnen bislang freigestellt. Bislang war es üblich, den Fahrer am Umsatz zu beteiligen. Damit trug der Fahrer das Risiko. Dies geht jetzt auf den Unternehmer über. „Sie müssen besser überlegen, wo und wann das Geschäft gut ist“, sagte Grätz vom BZP.

Von anderer Seite erfahren Taxiunternehmen derzeit immerhin Entlastung: Durch den geringen Ölpreis lassen die Unternehmen deutlich weniger Geld an der Tankstelle. „Das verschafft uns bei den Betriebskosten auch noch mal zwei bis drei Prozent Luft“, sagte der BZP-Geschäftsführer.

Machen die Kunden die Preiserhöhung mit?

Die Taxibranche bangt nun, ob wegen der angezogenen Preise die Nachfrage einbricht. Im September letzten Jahres war der Branchenverband noch davon ausgegangen, dass 25 bis 30 Prozent der Fahrer entlassen werden könnten.

Daher könnten künftig weniger von den fast 54.000 in Deutschland zugelassenen Taxen unterwegs sein. Fahrten am Tag oder am Wochenende lohnten kaum noch, Thomas Schmidt, Vorsitzender des hessischen Taxisverband LVH: „Wenn Sie nachts um drei ein Taxi haben wollen, dann kann es sein, dass sie keins bekommen – auch in Frankfurt.“ Auch in Frankfurt hat die Genehmigungsbehörde im Übrigen noch nicht über eine Tariferhöhung entschieden.

nb/dpa

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