Recht + Steuern Staatsanwaltschaft ermittelt nach verdeckter Recherche bei Zalando

Kartons von Zalando

Kartons von Zalando© Zalando

Nach verdeckten Recherchen beim Online-Händler Zalando hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen eine Journalistin aufgenommen. Der Vorwurf: Verdacht auf Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen.

Nach verdeckten Recherchen beim Online-Modehändler Zalando hat die Erfurter Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen gegen eine RTL-Reporterin aufgenommen. Die Journalistin hatte drei Monate im Erfurter Zalando-Logistikzentrum gearbeitet.

Gegen die Journalistin werde nach einer entsprechenden Anzeige von Zalando ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage. Das Verfahren stehe noch am Anfang. Zalando wirft der Journalistin vor, drei Monate lang im Logistikzentrum in Erfurt Filmmaterial über interne Prozesse gesammelt zu haben. Der Fernsehsender sieht den Ermittlungen nach eigenen Angaben gelassen entgegen.

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Die Reporterin warf Zalando in der Sendung „Extra“ vor, Angestellte massiv unter Druck gesetzt und gegen das Arbeitsrecht verstoßen zu haben. Mitarbeiter sollen überwacht und bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit gebracht worden sein. Anhand der Informationen aus dem Waren-Scanner, der sie durch die riesige Lagerhalle steuerte, war die Reporterin ermahnt worden, weil sie 37 Minuten lang keinen Artikel geholt habe.

Zalando weist die Vorwürfe zurück

Eine Zalando-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück. Die Darstellung des Berichts entspreche in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung an den Zalando-Logistikstandorten.

Thüringer Datenschützer wollen nun den Umgang mit Mitarbeitern in dem Zalando-Logistikzentrum überprüfen. Es solle herausgefunden werden, wer beim Unternehmen auf welche Daten Zugriff habe und wofür diese Informationen genutzt würden, sagte der Thüringer Datenschutzbeauftragte Lutz Hasse der „Thüringischen Landeszeitung“ (Donnerstag).

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