Unternehmen Start-up-Idee: Lass gesundes Essen kommen

Teilen nicht nur die Leidenschaft für gutes Essen: Marco Langhoff,  Robin Himmels, Mohamed Chahin wollen mit Eat Clever den Lieferservicemarkt erobern

Teilen nicht nur die Leidenschaft für gutes Essen: Marco Langhoff, Robin Himmels, Mohamed Chahin wollen mit Eat Clever den Lieferservicemarkt erobern© Eat Clever

Linsensuppe statt Pizza mit doppelt Käse: Drei junge Hamburger Gründer wollen mit gesundem Essen den Lieferservicemarkt erobern. Im Interview erklären sie, warum sie dafür nicht selbst mit dem Kochlöffel rühren müssen und kaum Werbung nötig haben.

In Hamburg gibt es hunderte Lieferservices. Warum starten Sie mit Eat Clever noch einen?

Mohamed Chahin: Es gibt niemanden, der sich auf gesundes Essen spezialisiert hat. Wenn Leute gesund essen wollen, essen sie oft Salate, auch weil ein bisschen das Know-how fehlt, was schmeckt, sättig und gesund ist. Wir haben mit vielen Leuten gesprochen. Die möchten gesund essen, haben aber Angst, davon nicht satt zu werden.

Wie definieren Sie denn gesund?

Gesund bedeutet für uns vor allem ausgewogen. Das ist bei Fastfood und Fertigprodukten selten der Fall. Wir achten darauf, dass auch bei veganem und vegetarischem Essen genug Proteine enthalten sind, etwa durch Kirchererbsen. Außerdem müssen genug ungesättigte Fette enthalten sein, etwa durch Erdnüsse. Wir verwenden keine Geschmacksverstärker. Die Gerichte haben wir mit einer Ernährungsberaterin und Köchen entwickelt.

Aber Sie kochen nicht selbst.

Nein. Wir arbeiten mit Restaurants zusammen, die unser Essen kochen. Die Gerichte bereiten sie exklusiv für uns zu, die stehen also nicht auf der Karte des Restaurants.

Wie kommt das Essen dann zum Kunden?

Wir arbeiten nur mit Gastronomen zusammen, die schon eine Lieferstruktur haben.

Und dann steht „Pizza-Pauli“ auf dem Auto, welches das gesunde Essen bringt?

Nein. Wir arbeiten mit kleinen Restaurants zusammen, die Fahrzeuge sind gar nicht gebrandet. Aber unsere Kunden wissen, von welchem Restaurant das Essen stammt. Transparenz ist zentral.

Mit wie vielen Gastronomen arbeiten sie zusammen?

In Hamburg sind es bisher drei, die alle ihr eigenes Liefergebiet mit etwa 200.000 Einwohnern haben. Wir arbeiten nicht mit Ketten, sondern nur mit inhabergeführten Restaurants zusammen. Das ist wichtig. Es muss Vertrauen geben. Wir müssen wissen, wer das Essen kocht.

Wie haben Sie Ihre Partner gefunden?

Die zu begeistern ging schnell: Die Gastronomen merken, dass sie so neue Leute erreichen können. Sich gesund zu ernähren, ist einfach ein Riesentrend. Die Wünsche von Vegetariern, Veganern oder Menschen, die sich zum Beispiel kohlenhydratarm ernähren wollen, werden bisher kaum erfüllt. Wenn die Essen bestellen wollen, müssen sie ewig lang suchen.

Mit drei Restaurants haben Sie aber noch keinen großen Umsatzhebel.

Klar, wir müssen wachsen, sind aber ganz zuversichtlich, dass wir dieses Jahr den Break-even schaffen. Ständig bekommen wir Anfragen. Diese Woche starten wir daher in der nächsten deutschen Großstadt, Hannover. Auch in Hamburg wollen wir wachsen und neue Liefergebiete erschließen. Die Wiederbestellquoten und der Bestellwert entwickeln sich positiv. Die Zahlen machen uns optimistisch.

Wie machen Sie Werbung?

Tatsächlich relativ wenig. Freunde und Kunden empfehlen uns weiter, die Presse hat berichtet. Unser Glück war, dass wir gut bei Google gerankt wurden. Es suchen wirklich viele Leute nach „gesundes Essen bestellen“ oder „gesunder Lieferdienst“. Und die haben uns gefunden. Wir glauben, dass wir den richtigen Riecher zur richtigen Zeit hatten.

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