Unternehmen Steuerbonus: Das sollten Sie bei staatlich geförderten Renten beachten

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Rente: Clevere Unternehmer können von staatlichen Subventionen profitieren.

Rente: Clevere Unternehmer können von staatlichen Subventionen profitieren.© Stefanie Wunderlich

Wer später keine böse Überraschung erleben will, muss als Unternehmer privat fürs Alter vorsorgen. Eine beliebte Variante: Die Rürup-Rente. Sie wird staatlich gefördert und bleibt auch dann erhalten, wenn die Firma pleitegehen sollte. Doch die Vorteile sind teuer erkauft.

DIE BASISRENTE

Kurz nachdem sich Maschinenbauer Thomas Lebrecht aus Lahr vor drei Jahren selbstständig gemacht hatte, entschied er sich für den Abschluss eines sogenannten Basisrenten-Vertrags. Jetzt zahlt er jeden Monat 200 Euro in die Police ein – und stockt noch einmal kräftig auf, wenn er am Jahresende mehr übrig hat. Lebrecht hat sich auch aus Steuergründen für die staatlich geförderte Variante ausgesprochen: Anders als mit konventionellen Rentenversicherungen kann er den größten Teil der Beiträge von der Steuer absetzen – in diesem Jahr 78 Prozent von bis zu 20.000 Euro, und jedes Jahr 2 Prozentpunkte mehr. Außerdem kann der Jungunternehmer sicher sein, dass ihm die Rentenversicherung auch dann erhalten bleibt, wenn seine Firma pleitegehen sollte. Die sogenannte Rürup-Rente ist bei Insolvenz vor dem Zugriff durch Gläubiger geschützt.

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Die Vorteile sind allerdings teuer erkauft: Hinterbliebene gehen meist leer aus, weil die Rente nicht vererbbar ist. Nur ein gewisser Hinterbliebenenschutz kann vereinbart werden. Rürup-Renten machen zudem unflexibel, weil man nicht mehr an sein Geld kommt, bevor man 62 Jahre alt ist – und auch dann nur in Form einer lebenslangen Rente. Kündigen lässt sich ein Rürup-Vertrag nicht. Wer zwischenzeitlich seine Beiträge nicht zahlen kann, muss schlimmstenfalls damit rechnen, dass am Ende nichts übrig bleibt, weil Gebühren und Provisionen die Ersparnisse aufzehren können. Und der Bonus vom Finanzamt ist kein Steuergeschenk, sondern nur eine Steuerstundung, eine Art Leihgabe. Sobald die Rente zur Auszahlung kommt, wird kassiert. Schon heute müssen Ruheständler zwei Drittel ihres Einkommens versteuern. Ab 2040 sind die monatlichen Rürup-Renten voll steuerpflichtig.

Ob sich der Abschluss wirklich gelohnt hat, zeigt sich letztlich erst nach dem Tod des Sparers. Erst dann ist klar, wie viel Geld der Rentner bekommen hat, also wie hoch die Rendite war.

DIE RIESTER-RENTE

In die können Selbstständige eigentlich gar nicht einzahlen, sie ist vielmehr als kleine Zusatzrente für Angestellte gedacht. Wer aber mit einem Ehepartner zusammenlebt, der einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, der ist „mittelbar förderberechtigt“. Das bedeutet: Man darf einen eigenen Vertrag abschließen, in den ein Mindestbeitrag von 60 Euro im Jahr fließt. Der Staat schenkt dazu 154 Euro obendrauf – macht eine satte Vorabrendite von 250 Prozent. Die kleinen Beträge reichen zwar nur für eine Minirente, aber immerhin.

 

 
Der Beitrag ist Teil der großen impulse Altersvorsorge-Serie:

TEIL I: Vorsorgestrategien: Für Gründer / Für Durchstarter / Für Arrivierte
TEIL II: Vermögensaufbau mit Wertpapieren
TEIL III: Vermögensaufbau mit Immobilien: Eigenheim / Betriebsimmobilie / Immobilienfonds
TEIL IV: Vorsorge mit Versicherungen: Einkommenssicherung / Rentenversicherung / Staatshilfe

 

 

cover0114Aus der impulse 03/2014

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