Unternehmen Tarifabschluss in der westdeutschen Textilindustrie

Mitarbeiter in der Textilbranche sollen künftig mehr Lohn erhalten.

Mitarbeiter in der Textilbranche sollen künftig mehr Lohn erhalten.© dpa

Die rund 100.000 Beschäftigten der westdeutschen Textilindustrie erhalten künftig mehr Lohn. Neben einer Regelung zur Altersteilzeit vereinbarten die Tarifparteien ein Paket aus Einmalzahlungen und 2,4 Prozent mehr Entgelt.

In der dritten Tarifrunde für die etwa 100.000 Beschäftigten der westdeutschen Textilindustrie haben sich Arbeitgeber und IG Metall in der Nacht zum Donnerstag geeinigt. Für Januar bis Mai 2015 seien Einmalzahlungen von 60 Euro pro Monat vorgesehen, teilte der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie mit. Zum 1. Juni 2015 steigen die Vergütungen dann um einen Sockelbetrag von 60 Euro im Monat und zum 1. Juni 2016 um weitere 2,4 Prozent.

Der Arbeitgeberverband bezifferte das Volumen der zweistufigen Erhöhungen auf 5 Prozent. Um der unterschiedlichen Situation der einzelnen Betriebe Rechnung zu tragen, seien aber auch Öffnungsklauseln vereinbart worden. Der Tarifvertrag läuft den Angaben zufolge bis zum 31. Januar 2017. Außerdem wurde ein Altersteilzeit-Tarifvertrag abgeschlossen.

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„Das Ergebnis sichert den Beschäftigten eine faire Teilhabe“, erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall, Manfred Menningen. Wolfgang Brinkmann, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, ließ mitteilen: „Wir haben ein Ergebnis erzielt, das für die meisten unserer Betriebe die Grenze der Belastbarkeit markiert.“

Nach Angaben des Gesamtverbandes Textil+Mode arbeiten zwei Drittel, also rund 66.000 Beschäftigte in der Textilindustrie, in Betrieben mit Tarifbindung. Darunter sind Unternehmen wie Hugo Boss (Metzingen), Escada (München) oder Bugatti (Herford). Etwas mehr als die Hälfte des Branchenumsatzes von jährlich 28 Milliarden Euro erwirtschaftet der Bereich der technischen Textilien für die Medizin oder die Auto- und Flugzeugindustrie. An zweiter Stelle liegt die Produktion von Kleidung, gefolgt von Haus-Textilien wie Bettwäsche oder Gardinen.

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