Unternehmen Tarifverhandlungen in der Metallindustrie: Die Kernergebnisse im Überblick

Die Produktion im Daimler-Werk in Sindelfingen.

Die Produktion im Daimler-Werk in Sindelfingen.© Daimler

In den Tarifverhandlungen der Metallindustrie im Südwesten haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft geeinigt: Die Löhne steigen ab dem 1. April um 3,4 Prozent. Südwestmetall-Chef Stefan Wolf zeigte sich nach dem Verhandlungsmarathon erleichtert.

Genau um 5.05 Uhr am Dienstagmorgen war es offiziell: Im Presseraum des Böblinger Kongresszentrums verkündeten die Metall-Tarifparteien ihren Pilotabschluss. Südwestmetall-Chef Stefan Wolf war nach der Marathonsitzung die Erleichterung anzumerken. Mit einem Lächeln trat der Chef des schwäbischen Automobilzulieferers ElringKlinger vor Journalisten und Kameraleute.
Sein Gegenspieler, IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger, hielt seine Emotionen nach der durchwachten Nacht im Zaum. Für beide Verhandlungsführer war es der erste richtungsweisende Tarifabschluss. Er beschert den 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche ein Lohnplus von 3,4 Prozent.

Anders als in anderen finalen Tarifverhandlungen war während der 16-stündigen Gespräche keine dramatische Situation zu erkennen wie etwa Abbruch oder Vertagung. Das Entgelt war in dieser Tarifrunde das geringste Problem. Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger und Südwestmetall-Chef Stefan Wolf betonten allerdings, dass das nun vereinbarte Lohnplus insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen schwer zu verdauen sei. Die Wettbewerbsfähigkeit werde dadurch enorm belastet, meinten die Arbeitgeber.

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Die Kernergebnisse im Überblick:

GELD: Vom 1. April an steigen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für zwölf Monate um 3,4 Prozent. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. Januar 2015 und läuft bis zum 31. März 2016. Für die ersten drei Monate des Jahres 2015 gibt es im März eine Einmalzahlung von 150 Euro. Die Arbeitgeber hatten ursprünglich 2,2 Prozent mehr angeboten, die IG Metall hatte in Plus von 5,5 Prozent gefordert.

ALTERSTEILZEIT: Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen werden bei der Altersteilzeit bessergestellt. Die Quote der Anspruchsberechtigten bleibt zwar bei 4 Prozent. Im Rahmen des 4-Prozent-Anteils wird die Quote für die besonders belasteten Schichtarbeiter, die vorrangig in die Altersteilzeit gehen dürfen, aber von 2,5 auf 3 Prozent erhöht.

WEITERBILDUNG: Betriebe können Weiterbildungswillige künftig mit nicht ausgeschöpften Mitteln aus der Altersteilzeit unterstützen. Gleichzeitig soll der Bezug der persönlichen Weiterbildung zum betrieblichen Bedarf gestärkt werden. Für eine Förderung muss mittelfristig ein Bedarf für die geplante Qualifizierung bestehen.

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