Unternehmen Trotz hoher Preise: Apples iPhone ist nicht zu bremsen

Der Apple Store in Palo Alto, Kalifornien

Der Apple Store in Palo Alto, Kalifornien© Apple

Apple widerlegt die Zweifler: Unter dem Druck neuer günstiger Smartphones haben viele Experten schwächere iPhone-Verkäufe erwartet. Doch die Rechnung des Konzerns, die Preise hoch zu lassen, scheint aufzugehen.

Apple entzückt die Anleger mit einem iPhone-Boom. Auch im traditionell ruhigen Quartal nach Weihnachten kam ein Gewinn von 10,2 Milliarden Dollar (rund 7,4 Mrd Euro) zusammen. Die Basis dafür war der Absatz von 43,7 Millionen iPhones. Das war mehr als die meisten Analysten erwartet hatten. Zur Freude der Aktionäre trug auch bei, dass Konzernchef Tim Cook das Aktienrückkaufprogramm massiv ausbaut, die Dividende anhebt und die Aktie im Verhältnis 7 zu 1 splittet.

Der Umsatz in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal stieg im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 45,6 Milliarden Dollar (33 Mio Euro). Der Quartalsgewinn legte um sieben Prozent zu, wie Apple nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte Apple den ersten Gewinnrückgang seit rund einem Jahrzehnt erlebt.

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Die iPhone-Verkäufe stiegen im Jahresvergleich um 17 Prozent. Das dürfte zwar unter dem allgemeinen Wachstum des Smartphone-Marktes liegen. Aber viele Analysten sahen Apple vor größeren Problemen: Die Zuwächse in dem Geschäft kommen immer mehr aus den Entwicklungsländern – und dort sind vor allem günstige Smartphones gefragt. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones sank zwar leicht auf 597 Dollar, ist aber immer noch deutlich höher als der Branchendurchschnitt.

iPad-Absatz schwächer als erwartet

Cook betonte, Apple habe den Marktanteil im Smartphone-Geschäft in vielen Regionen gesteigert, und zwar nicht nur in reifen Märkten wie den USA oder Deutschland, sondern auch in Ländern wie Indien und Vietnam. Apple bietet als Einstiegsgerät sein älteres Modelle iPhone 4S an. Es habe sich in Entwicklungsländern gut verkauft, hieß es ohne konkrete Angaben zum Produkt-Mix. Zugleich hielt Cook die Tür für Preissenkungen offen: „Wir sind nicht auf bestimmte Preispunkte fixiert.“

Der iPad-Absatz hingegen entwickelte sich schwächer als Experten erwartet hatten. Er sank im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 16,3 Millionen Geräte. Dabei hatte Apple erst im Herbst die Modellpalette aktualisiert. Cook sagte, vor einem Jahr hätten Produktionsengpässe im Weihnachtsgeschäft 2012 einen ungewöhnlichen Absatzsprung im nachfolgenden Quartal ausgelöst, der die aktuellen Zahlen schwächer aussehen lasse. „Wir glauben nach wie vor, dass die Tablet-Verkäufe in den kommenden Jahren den PC-Absatz überholen werden“, betonte Cook. Und Apple wolle daran mit dem iPad erheblich teilhaben.

Die Zahl der Kunden, die ihre Kreditkarten-Daten bei Apples Download-Plattform iTunes hinterlegt haben, stieg auf 800 Millionen. Das gibt dem Konzern eine breite Basis, falls er wie erwartet ein mobiles Bezahlsystem starten sollte. Medienberichten zufolge bereitet der Konzern unter anderem eine neue Version seiner Fernsehbox Apple TV vor.

Apple sitzt auf einem riesigen Geldberg

Zugleich kündigte Apple am Mittwoch einen Aktiensplit im Verhältnis 7 zu 1 an. Die Dividende wird angehoben und der Aktienrückkauf von rund 60 auf 90 Milliarden Dollar ausgeweitet. Die Ausschüttungen erreichen damit den monumentalen Wert von 130 Milliarden Dollar, wie Konzernchef Tim Cook betonte. Das alles ließ die Herzen der Investoren höher schlagen – die Aktie schoss nachbörslich um acht Prozent hoch. Anleger hatten sich zuvor schon länger über die mäßige Kursentwicklung der Aktie beklagt. So wollte zum Beispiel der für seine aggressive Gangart bekannte Milliardär Carl Icahn mehr von den Apple-Milliarden abhaben.

Apples Geldberg schmolz indes – auch angesichts der üppigen Ausschüttungen an die Anteilseigner – erstmals seit langem wieder etwas ab: von 159 auf knapp 151 Milliarden Dollar.

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