Unternehmen Trotz Russlandkrise: Deutsche Exporteure feiern Rekordjahr

Luftbild vom Hamburger Hafen: Auch der Export legte 2014 zu - trotz der Auswirkungen durch die Russland-Sanktionen.

Luftbild vom Hamburger Hafen: Auch der Export legte 2014 zu - trotz der Auswirkungen durch die Russland-Sanktionen. © HHLA

Waren "made in Germany" sind begehrt wie nie: Ungeachtet der Russlandkrise hat die deutsche Exportindustrie im vergangenen Jahr ihren bisherigen Ausfuhrrekord von 2012 übertroffen. Auch die Einfuhren kletterten auf einen Höchstwert.

Deutschlands Exporteure sind auf Rekordkurs: Trotz der Krise in Russland und der Ukraine haben die Betriebe 2014 so viele Waren in alle Welt geliefert wie noch nie zuvor. Insgesamt wurden Produkte im Wert von 1133,6 Milliarden Euro ausgeführt und damit 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Die Einfuhren erreichten 916,5 Milliarden Euro und lagen damit 2,0 Prozent höher als 2013. „Die Exporte und Importe übertrafen im Jahr 2014 die bisherigen Höchstwerte vom Jahr 2012. Damals wurden Waren im Wert von 1 095,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 905,9 Milliarden Euro importiert“, berichteten die Statistiker.

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Die Zahlen zeigen: Die deutsche Industrie hat der Russland-Ukraine-Krise getrotzt. Denn wie Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, kürzlich betonte, sind die Ausfuhren nach Russland 2014 angesichts der politischen Konfrontation um knapp 20 Prozent gesunken.

Beliebte Handelspartner: EU-Länder ohne Euro

Besonders stark wuchs der Außenhandel mit Ländern aus der Europäischen Union, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Eurozone angehören. Die Exporte dorthin kletterten um satte 10,2 Prozent auf 243,1 Milliarden Euro, die Einfuhren um 6,6 Prozent auf 188,5 Milliarden Euro.

Nach einem Minus im Vorjahr lieferten die deutschen Betriebe 2014 auch wieder mehr Produkte in die Partnerländer der Eurozone: Die Exporte stiegen auf 414,2 Milliarden Euro (+ 2,7 Prozent), die Einfuhren auf 411,4 Milliarden Euro (+ 2,3 Prozent).

In sogenannte Drittländer außerhalb der EU wurden 2014 Waren im Wert von 476,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 316,6 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber dem Jahr 2013 nahmen die Exporte in die Drittländer um 1,5 Prozent zu, während die Importe um 0,9 Prozent sanken.

Ausfuhrüberschuss-Rekord: 217 Milliarden Euro

Somit ist die Entwicklung des Handels mit Ländern in Übersee auch hauptverantwortlich für den höchsten deutschen Ausfuhrüberschuss der Geschichte: Mit 217 Milliarden Euro lag der Überschuss der Ausfuhren über die Einfuhren so hoch wie noch nie. Der bisherige Rekordwert von 2007 hatte bei 195,3 Milliarden Euro gelegen.

Auch im Dezember präsentierte sich der Außenhandel robust. Wie das Bundesamt mitteilte, lagen die Ausfuhren mit 90,1 Milliarden Euro ein Zehntel höher als im Dezember 2013, die Einfuhren stiegen um 4,0 Prozent auf 71,1 Milliarden Euro. Das deute daraufhin, dass der Außenhandel im Schlussquartal einen positiven Wachstumsbeitrag geliefert haben dürfte, heißt es in einer Analyse der BayernLB.

Auch 2015 dürften die Exporteure auf Rekordkurs bleiben. Der Außenhandelsverband BGA hatte Ende Dezember ein Plus von 4 Prozent vorhergesagt und dies mit einem leichten Anziehen der weltweiten Konjunktur begründet.

Deutschlands Top-Exportschlager

1. Kraftfahrzeuge inkl. Landfahrzeuge – 180,7 Mrd. Euro; +6,2%

2. Maschinen – 179,1 Mrd. Euro; +3,2%

3. Elektrotechnische Erzeugnisse – 101,7 Mrd. Euro; +2,7%

4. Pharmazeutische Erzeugnisse – 55,5 Mrd. Euro; +7,2%

5. Kunststoffe und Waren aus Kunststoff – 49,9 Mrd. Euro; +4,3%

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