Unternehmen Übernahmeangebot für Wein-Händler Hawesko

Der Weinhändler Hawesko, vor allem bekannt durch die Kette „Jaques' Weindepot“, soll übernommen werden. Der Aktienkurs übersprang daraufhin locker den Angebotspreis von 40 Euro.

Beim Hamburger Weinhändler Hawesko könnte bald eine Beteiligungsgesellschaft das Ruder übernehmen. Die Tocos Beteiligung GmbH kündigte am Freitag ein Übernahmeangebot an. Ziel sei es, größter Einzelaktionär zu werden, sagte ein Tocos-Sprecher. Es gebe keine Mindestannahmeschwelle. Derzeit hält die Beteiligungsgesellschaft des Hamburger Unternehmers Detlev Meyer 29,5 Prozent an dem Hamburger Wein- und Sektkontor. Das Gesamtvolumen des Angebots betrage 253 Millionen Euro.

Zu der im SDax notierten Hawesko Holding AG gehören über 280 Filialen von „Jaques‘ Weindepot“. Zudem werden 13.000 Restaurants beliefert. Der Weinversand ist nach Unternehmensangaben der mit Abstand größte in Deutschland. 2013 erzielte Hawesko einen Umsatz von 465,2 Millionen Euro. Der Überschuss betrug 16,2 Millionen Euro.

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Tocos bietet 40 Euro je Aktie. Das waren etwa 5 Prozent mehr als zum Handelsschluss am Donnerstag. Nach Bekanntwerden der Ankündigung legte der Kurs am Freitag um mehr als sieben Prozent auf über 41 Euro zu. Weitere Aktionäre neben Tocos sind die Alexander Margaritoff Holding GmbH (30 Prozent), die Augendum Vermögensverwaltung (5%) sowie diverse gewerbliche und private Investoren (35,5%).

Vorstand überrascht von Übernahmeangebot

Ein Hawesko-Sprecher sagte, die Ankündigung habe den Vorstand überrascht. Nun werde man zunächst das Angebot prüfen. Mit der Übernahme solle die strategische Weiterentwicklung von Hawesco vorangetrieben werden, sagte der Tocos-Sprecher. Dazu gehöre eine verstärkte Internationalisierung. „Wir sehen vor allem Potenzial in Österreich, der Schweiz, den Benelux-Staaten, Dänemark und Schweden.“ Weitere Ziele seien eine Steigerung der Profitabilität.

„Außerdem soll die Ausschüttungsquote gesenkt werden“, sagte der Sprecher. „In den letzten Jahren lag diese bei Hawesko zwischen 65 und 95 Prozent des Jahresüberschusses.“ Künftig solle sie bei 40 bis 50 Prozent liegen, um mehr Geld für Investitionen zu haben.

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