Unternehmen Firmeninsolvenzen sinken auf 15-Jahres-Tief

Insolvenz

© Markus Bormann - Fotolia.com

Zahl der Firmenpleiten auf Rekordtief: In keinem anderen Jahr seit der Jahrtausendwende haben so wenige Unternehmen Insolvenz angemeldet wie 2014. Für das nächste Jahr sind die Experten allerdings nicht ganz so optimistisch.

Die Zahl der Firmenpleiten ist in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Dank der stabilen Konjunktur gingen die Firmeninsolvenzen 2014 um 8,9 Prozent auf 23.800 zurück, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Als Grund nannte Creditreform die positive Gewinnentwicklung im Mittelstand und die weitgehend stabile Konjunktur. Gleichzeitig kämen Firmen wegen der Mini-Zinsen günstig an frisches Geld. Geopolitische Risiken wie der Ukraine-Konflikt und die damit verbundenen Wirtschaftssanktionen für den russischen Markt hätten bislang nicht auf die Zahl der Insolvenzen durchgeschlagen.

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Schon 2015 könnte sich der bei Firmen seit 2010 anhaltende positive Trend aber umkehren. Nach Einschätzung von Creditreform wird die Zahl der Unternehmenspleiten im kommenden Jahr wieder leicht auf 25.000 Fälle zunehmen. Eine ähnliche Prognose hatten kürzlich die Kreditversicherer veröffentlicht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begründet den Pessimismus vor allem mit Schwierigkeiten im Export: Der Euroraum entwickle sich wesentlich schwächer als erwartet. Hinzu komme eine abflauende Konjunktur in China und die Krise in Russland. Auch in Deutschland läuft es derzeit nicht rund. Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht fürchtet: „Das schwache letzte Halbjahr ohne Wachstum wird Spuren zeigen.“

Weniger Gründer sind insolvent

Bei Kleinunternehmen machte sich die zuletzt schwächere Konjunktur schon in diesem Jahr bemerkbar: Unternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern machten 2014 acht von zehn Insolvenzfällen aus, mit steigender Tendenz. Deutlich besser sieht es bei großen Unternehmen aus. Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro zählte die Auskunftei lediglich 90 Fälle und damit deutlich weniger als im Vorjahr, wo 130 Unternehmen Insolvenz anmelden mussten.

Positiver entwickelte sich auch die Lage bei Firmengründern. Junge Unternehmen seien 2014 seltener in die Pleite gerutscht als im Vorjahr. Knapp ein Drittel (28,4 Prozent) aller registrierten Insolvenzen entfielen auf Firmen, die seit weniger als fünf Jahren existieren. Im Vorjahr waren es noch 29,8 Prozent gewesen. Als Grund nannte Creditreform, das Start-ups inzwischen offenbar besser auf die Gründung vorbereitet seien und sich stabiler entwickelten.

Der größte Insolvenzfall des Jahres war die Verlagsgruppe Weltbild mit rund 6.800 Beschäftigten. Insolvenz anmelden mussten in diesem Jahr unter anderem auch die Modekette Strauss Innovation, der TV-Gerätehersteller Metz, der Windpark-Finanzierer Prokon sowie die Mitteldeutschen Fahrradwerke (MIFA).

dpa/bas

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