Unternehmen Unternehmer wehren sich gegen IHK-Zwangsmitgliedschaft

Immer mehr Firmen rebellieren gegen die Industrie- und Handelskammern. Sie beklagen Intransparenz - und einen leichtfertigen Umgang mit dem Geld der Unternehmer.

Unter den rund 3,6 Millionen Unternehmern, die aufgrund der Gesellschaftsform ihrer Firma Beiträge an eine der bundesweit 80 Industrie- und Handelskammern (IHK) entrichten müssen, wächst der Unmut. Gegenüber impulse sagte ein Vorstand eines großen Lebensmittelgroßhändlers: „Die IHKs sind zum Selbstzweck verkommen.“ Statt mit Leistungen zu überzeugen, würden sie sich üppige Prachtbauten hinsetzen.

Im Kern geht es bei allen Unmutsäußerungen um Misswirtschaft, Verschwendung von
Geldern und mangelnde Kontrolle. So leistet sich etwa die IHK Trier sieben
Geschäftsführer plus Chef bei gerade mal 65 Angestellten. Und die Gehälter der
Kammerchefs sind zudem gut gehütete Geheimnisse: Kennern der Szene zufolge sollen die Hauptgeschäftsführer der größten IHKs bis zu 600.000 Euro pro Jahr verdienen und damit deutlich mehr als die Chefs großer Krankenkassen. Bei mittelgroßen Kammern sollen bis zu 200.000 Euro Jahresgehalt gezahlt werden.

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Angesichts der Finanzreserven der IHKs in Milliardenhöhe und teils erheblicher Jahresüberschüsse fordert der Bundesverband für Freie Kammern (BFFK) eine reale Entlastung der Unternehmen in Höhe von mindestens 500 Millionen Euro. Auf die Idee, Beiträge
zurückzuzahlen oder zu senken, kommen aber nur wenige Kammern. Als die IHK Hannover
als erste Kammer kürzlich beschloss, ihren Mitgliedern 1,3 Millionen Euro für 2009 zu
erstatten, hagelte es Kritik aus dem IHK-Verbund. Immerhin zwölf Kammern wollen 2010 die Umlage senken.

Mehr dazu lesen Sie in der Februarausgabe von impulse, ab 28.01.2010 im Handel erhältlich. Eine Tabelle mit den wichtigsten Kennzahlen zu allen 80 IHKs finden Sie auf impulse.de.

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