Internet der Dinge Versicherer sehen Chancen durch vernetzte Geräte

Versicherungen könnten in Zukunft Zugriff auf Fitness-, Gesundheits- oder Ernährungsdaten haben.

Versicherungen könnten in Zukunft Zugriff auf Fitness-, Gesundheits- oder Ernährungsdaten haben.© Ammentorp/Fotolia.de

Je mehr Versicherungen über ihre Kunden wissen, desto genauer können sie kalkulieren. Durch vernetzte Geräte könnten sie in Zukunft sogar Schäden vermeiden, bevor sie entstehen.

Fitness, Fahrstil, Haushalt: Verbraucher können ihrer Versicherung künftig in immer mehr Lebensbereichen einen Einblick gewähren, um dadurch Geld zu sparen oder Prämien zu erhalten. Die Generali-Versicherung in Deutschland will im kommenden Jahr als eine der ersten in diesem Bereich mit ihrem umstrittenen Belohnungssystem für gesunde Lebensweise in Versicherungspolicen auf den Markt gehen.

Zunächst sollen die neuen Tarife, die eine gesündere Lebensweise belohnen sollen, in der Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten werden, sagte Vorstandsmitglied Rainer Sommer der Deutschen Presse-Agentur in München. „Wir wollen ein Produkt in den Markt geben, das den Kunden anregt, gesünder zu leben.“

Anzeige

Verbraucherschützer warnen vor dem gläsernen Kunden

Unter anderem soll es Anreize geben für eine regelmäßige Aktivität im Fitness-Studio oder den Einkauf gesunder Lebensmittel im Bio-Laden. Verbraucherschützer sehen derartige Tarife kritisch und befürchten den gläsernen Versicherungskunden. Sommer sieht hingegen Vorteile für die Verbraucher. „Der Kunde profitiert, weil er gesünder lebt, wir als Versicherer profitieren, weil wir dem Kunden risikogerechtere Angebote machen können.“ Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov habe gezeigt, dass jeder Dritte persönliche Gesundheits- und Fitnessdaten an seine Versicherung weiterleiten würde, falls er dafür Vorzüge erhält.

Generali arbeitet dabei mit einem südafrikanischen Unternehmen zusammen, das ein Gesundheitsprogramm entwickelt hat. Kunden, die gesundheitsbewusst leben, können dabei Punkte sammeln und Belohnungen erhalten. Dafür übermittelt der Versicherte regelmäßig Daten zu seinem Lebensstil. Beispielsweise sollen Vorsorgetermine dokumentiert oder sportliche Aktivitäten erfasst werden. Auch bei Autoversicherungen arbeiten mehrere Versicherer bereits an Tarifen, die die Fahrweise überwachen und umsichtiges Verhalten durch Rabatte belohnen.

Störungen direkt an den Versicherer

Chancen für neue Versicherungsprodukte sieht Sommer auch im Haushalt. Generali entwickle bereits Versicherungstarife, bei denen etwaige Störungen direkt an den Versicherer übermittelt werden. „Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Wasseruhr und stellen fest, dass in einer halben Stunde 5000 Liter durchlaufen – entweder lassen Sie gerade den Pool volllaufen oder Sie haben einen Wasserrohrbruch.“ In diesem Fall könne der Versicherer gleich reagieren und einen Schaden vermeiden, bevor er entsteht. Der Kunde müsste der Versicherung dafür aber Zugriff auf die vernetzten Haushaltsgeräte geben. „Das beruht natürlich auf Freiwilligkeit.“

Generali ist mit mehr als 13 Millionen Kunden einer der größten Versicherer in Deutschland. Vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen den Umzug der Zentrale von Köln nach München angekündigt. Zum deutschen Teil der Generali gehören unter anderem die Generali Versicherungen, AachenMünchener, CosmosDirekt und die Advocard Rechtsschutzversicherung. Deutschland ist für Generali der größte Markt nach Italien.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.