Unternehmen Wankender Fahrradhersteller: Mifa kündigt Börsenabschied an

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Nach einer rasanten Talfahrt des Aktienkurses will der angeschlagene Fahrradhersteller Mifa Abschied von der Börse nehmen. Dennoch gibt es für die 600 Mitarbeiter des Traditionsunternehmens aus Sachsen-Anhalt Grund zur Hoffnung.

Die Aktien des Fahrradproduzenten Mifa sollen ab Sommer nicht mehr an der Börse gehandelt werden. Der Insolvenzverwalter des angeschlagenen Unternehmens aus Sachsen-Anhalt kündigte am Donnerstagabend an, dass der vollständige Börsenrückzug für den 29. Juli geplant sei.

Der Preis pro Aktien war innerhalb eines Jahres von knapp 7 Euro auf zuletzt 27 Cent gefallen. Bereits 2012 war das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht. Im Mai 2014 musste der einst so erfolgreiche Fahrradbauer dann einen Fehler in der Bilanz einräumen, Bestände waren falsch bewertet worden. Damit war 2013 ein Verlust von mehr als 13 Millionen Euro entstanden. Mifa musste Insolvenz anmelden, nachdem auch die Übernahme durch einen indischen Investor gescheitert war.

600 Arbeitsplätze vorerst gesichert

Zuletzt gab es jedoch wieder positive Schlagzeilen von Mifa. Im Dezember 2014 wurde der Verkauf an die Unternehmerfamilie von Nathusius vereinbart. Der Investor kündigte an, den gesamten Geschäftsbetrieb und alle 600 Mitarbeiter zu übernehmen.

Dass Heinrich von Nathusius das Zeug hat, ein Unternehmen aus der Krise zu führen, hat der 71-Jährige schon vor ein paar Jahren bewiesen. 1992 hatte der Unternehmer von der Treuhand das IFA-Gelenkwellenwerk übernommen und saniert. Heute gehört IFA-Rotorion, wie die Firma heute heißt, zu den größten Längswellenherstellern der Welt. Neben Heinrich von Nathusius sind auch dessen Sohn und seine zwei Töchter als Gesellschafter bei Mifa eingestiegen.

nb/dpa

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