Unternehmen Warnstreiks an drei deutschen Flughäfen

Wie viel müssen Fluggäste erdulden?

Wie viel müssen Fluggäste erdulden?© anyaberkut - Fotolia.com

Passagiere brauchen hier Geduld: An den Flughäfen in Stuttgart, Hamburg und Hannover hat das Sicherheitspersonal die Arbeit niedergelegt. Der Warnstreik soll den ganzen Tag andauern.

Wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals kommen auf Zehntausende Reisende an den Flughäfen in Stuttgart, Hamburg und Hannover Verzögerungen zu. Als erste legten am frühen Montagmorgen die Bediensteten am Airport in Stuttgart die Arbeit nieder. „Das bedeutet längere Wartezeiten bei der Abfertigung“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Bernd Wuttig.

Die drei bestreikten Airports gehören zu den zehn größten Flughäfen Deutschlands. Sie fertigen täglich zusammen im Durchschnitt gut 80.000 Passagiere ab. Die Tarifverhandlungen betreffen allerdings nicht nur Mitarbeiter an Flughäfen, sondern das gesamte Wach- und Sicherheitspersonal. Dazu zählen auch Beschäftigte, die Firmengebäude und militärische sowie kerntechnischen Anlagen bewachen.

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Die Arbeitgeber bezeichneten die Warnstreiks als ungerechtfertigt. Der Flughafenverband ADV sprach von einer Zumutung für die Passagiere. „Die Gewerkschaft Verdi überspannt den Bogen. Ein zwingendes Schlichtungsverfahren ist dringend erforderlich“, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel laut einer Mitteilung am Montag.

Am Hamburger Flughafen: 40.000 Passagiere betroffen

Am größten der drei Airports, Hamburg, begann das Sicherheitspersonal am Flughafen Hamburg in der Nacht auf Montag mit den geplanten Arbeitsniederlegungen. Allein dort könnten von dem ganztägigen Warnstreik könnten nach früheren Angaben einer Flughafensprecherin rund 40.000 Passagiere betroffen sein. Reisende sollten sich im Vorfeld über mögliche Ausfälle oder Verspätungen informieren.

Am Flughafen Hannover legte das Sicherheitspersonal am frühen Montagmorgen ebenfalls die Arbeit nieder. „Wir hoffen, dass der Arbeitgeberverband versteht, dass er mit uns an den Verhandlungstisch kommen muss“, sagte Verdi-Fachbereichsleiterin Ute Gottschaar am Morgen. Größere Beeinträchtigungen gab es zunächst nicht. „Aktuell haben wir keine Ausfälle, die Verspätungen sind marginal“, sagte Flughafensprecher Sönke Jacobsen.

Nächster Verhandlungstermin in dem Konflikt ist am 11. Februar in Hamburg. „Wir hoffen, dass der Streik als Signal ausreicht, um bei den Verhandlungen am Mittwoch zu einem Abschluss zu kommen“, sagte Verdi-Sprecher Peter Bremme am Montag.

Tipp für Passagiere: Drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein

In Stuttgart müssen Fluggäste mit Verzögerungen von bis zu einer Stunde rechnen, wie ein Sprecher des Airports sagte. Nur einer von vier Terminals sei besetzt. Es seien zwar zusätzliche Arbeitskräfte engagiert worden, dennoch sollten Reisende auf Nummer sicher gehen und mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

Hintergrund des Warnstreiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen in der Sicherheitsbranche. Verdi will so den Druck auf die Arbeitgeber in Baden-Württemberg, Hamburg und Niedersachsen erhöhen. Die Gewerkschaft fordert je nach Bundesland und Beschäftigtengruppe 0,70 Euro bis 2,50 Euro mehr Lohn in der Stunde.

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