Diverses Warnstreiks halten viele Geschäftsleute am Boden fest

Platz 7: Pilot. Ob Streiks und der Streit um eine zu hohe Bezahlung am Ansehen geknackst haben? Auf jeden Fall sind Piloten in diesem Jahr nur auf Platz 7 (2013: Platz 6).

Platz 7: Pilot. Ob Streiks und der Streit um eine zu hohe Bezahlung am Ansehen geknackst haben? Auf jeden Fall sind Piloten in diesem Jahr nur auf Platz 7 (2013: Platz 6). © Fraport

An sieben deutschen Flughäfen kommt es heute durch Warnstreiks zu massiven Behinderungen. Alleine in Frankfurt sind bislang über 550 Starts und Landungen ausgefallen. Verdi will damit im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Warnstreiks an sieben deutschen Flughäfen haben den Luftverkehr am Donnerstagmorgen massiv behindert. Am größten deutschen Luftdrehkreuz in Frankfurt wurde wegen des Ausstands im öffentlichen Dienst zunächst die Hälfte aller geplanten Flüge gestrichen. Seit Beginn des Flugbetriebs um 5.00 Uhr seien knapp 550 Starts und Landungen annulliert worden, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. Die meisten Ausfälle beträfen die Lufthansa. Deutschlands größte Airline hat für Donnerstag bundesweit rund ein Drittel ihrer 1800 Flüge gestrichen.

Laut Gewerkschaftssekretär Uwe Schramm beteiligten sich in Frankfurt am Morgen mehr als 90 Prozent der betroffenen Mitarbeiter an dem Streik. „Es läuft besser als erwartet“, sagte Schramm.

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Rückenwind erhielten die Beschäftigten vom Abschluss eines neuen Tarifvertrags für die privaten Sicherheitsleute an Flughäfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am Mittwochabend. Auch wegen des Nachholbedarfs gegenüber anderen Tarifgebieten hat Verdi dort Lohnerhöhungen von bis zu 27 Prozent durchgesetzt. Die Sicherheitsleute hatten vor gut einem Monat mit einem Warnstreik die Passagierabfertigung in Frankfurt lahmgelegt.

Flugausfälle gab es am Donnerstag auch an anderen Flughäfen. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes zu mehrstündigen Warnstreiks der Flughafenbeschäftigten in München, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart aufgerufen. Eine von Verdi nicht bezifferte Zahl von Mitarbeitern der Flughafenbetreiber arbeitet noch nach den Tarifbedingungen des öffentlichen Dienstes.

In München legten die Ausstände den Betrieb am Morgen weitgehend lahm. Allein die Lufthansa strich rund 140 Flüge. In Hamburg wurden zunächst jeweils 16 Anflüge und Abflüge zwischen Frankfurt und Hamburg sowie München und Hamburg annulliert, wie das Internetportal des Flughafens informierte. Am Airport Köln/Bonn strichen Airlines nach Angaben eines Flughafensprechers vorsorglich 13 der insgesamt 80 bis zum frühen Nachmittag geplanten Starts und Landungen.

Auch in Düsseldorf und Hannover fielen Flüge aus. In Stuttgart hatte der Warnstreik zunächst keine spürbaren Beeinträchtigungen für die Passagiere zur Folge. Die meisten Maschinen starteten nach Angaben des Flughafens bis 6.30 Uhr planmäßig. Die Lufthansa hatte allerdings Verbindungen nach Frankfurt annulliert.

Auf den Flughäfen in Berlin gab es zwar keine Arbeitsniederlegungen. Doch wegen der Warnstreiks an anderen Flughäfen wurden nach Angaben eines Flughafensprechers bis zum Nachmittag 33 Flüge von und nach Berlin-Tegel gestrichen.

Zudem rief Verdi mehrere zehntausend Beschäftigte aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes wie Stadtverwaltungen oder Kitas zu Warnstreiks auf. Am Donnerstag sollte es in mehreren Ländern Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen geben.

Verdi will damit Druck vor der dritten Tarifrunde machen. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.

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