Unternehmen Warren Buffett: „Wir wollen mehr gute Unternehmen in Deutschland besitzen“

US-Investor Warren Buffett plant eine Übernahme-Offensive in Deutschland.

US-Investor Warren Buffett plant eine Übernahme-Offensive in Deutschland.© dpa

Wer sein Unternehmen verkaufen will, könnte bald einen Anruf von Warren Buffet bekommen. Der amerikanische Star-Investor plant nach dem Kauf des Motorradzubehör-Händlers Louis weitere Übernahmen in Deutschland. Warum Mittelständler seiner Ansicht nach an ihn verkaufen sollten - und was ihn von anderen Investoren unterscheidet.

Der amerikanische Star-Investor strebt nach der Übernahme des Hamburger Motorradzubehör-Händlers Louis weitere Firmenkäufe in Deutschland an. „Wir hoffen, dass die Übernahme nun für Aufmerksamkeit sorgt – und andere auf uns zukommen“, sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwoch). „Wir wollen mehr gute Unternehmen in Deutschland besitzen, das ist unser Ziel.“

Buffett ist einer der erfolgreichsten Investoren in den USA. Seine Firma Berkshire Hathaway ist an zahlreichen Großkonzernen wie Coca-Cola und IBM beteiligt und zählt zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Vor wenigen Monaten übernahm er gemeinsam mit einem Finanzinvestor für 23 Milliarden Dollar die Ketchupfirma H.J. Heinz. In Deutschland gehört ihm seit 1998 der Kölner Rückversicherer General Re – und seit dieser Woche der Motorradzubehör-Händler Louis. Und künftig sollen es hierzulande noch einige mehr werden. „Ich hoffe, dass uns künftig auch andere Firmenbesitzer auf dem Radar haben“, sagte er dem Handelsblatt.

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Gerade deutsche Unternehmen wecken immer stärker das Interesse von ausländischen Investoren. Viele Mittelständler sind Weltmarktführer in ihrem Bereich und verfügen über solide Bilanzen. Auch der deutsche Markt ist für viele Investoren lukrativ – auch für Buffett. „Deutschland ist ein großartiger Markt: Viele Leute, viel Kaufkraft, die Deutschen sind produktiv.“

Warren Buffett: „Wir springen nicht einfach wieder ab“

Noch schrecken viele deutsche Unternehmer allerdings vor einem Verkauf an klassische Finanzinvestoren zurück, die eine Firma vor allem mit dem einen Ziel kaufen: Sie nach ein paar Jahren gewinnbringend weiterzuverkaufen. Buffett will einen anderen Weg gehen. „Wer ein Unternehmen, das viele Jahrzehnte im Familienbesitz war, an Bershire verkaufen will, kann sicher sein: Wir verkaufen es nicht weiter. Und wir springen nicht einfach wieder ab.“ Unternehmen könnten ihre Geschäfte nach einer Übernahme zudem so weiterführen wie bisher, sagte er. „So sind sie schließlich erfolgreich geworden.“

Dass Buffet hierzulande so eifrig die Werbetrommel rührt, hat einen Grund: In Deutschland ist seine Firma – anders als in den USA – kaum bekannt. „Man kennt in Deutschland vielleicht den Namen Berkshire Hathaway, aber man kennt uns nicht so gut wie in den USA“, räumte er ein. Mit dem Louis-Deal könnte sich das nun ändern.

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