Unternehmen Was Lufthansa-Piloten verdienen

Zwei Piloten der Lufthansa bei der Arbeit

Zwei Piloten der Lufthansa bei der Arbeit© dpa/picture-alliance

Die Piloten der Lufthansa wollen die Arbeit niederlegen. Über ihre Gehälter kursiert so manches Gerücht, und viele Deutsche fragen sich: Wie viel verdient ein Pilot eigentlich so im Durchschnitt?

Das Gehalt der Lufthansa-Piloten ist in den vergangenen Tagen erneut in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Vier Monate nach dem letzten massiven Streik eskaliert der Konflikt und Gehalt und Rente zwischen Konzern oder Pilotengewerkschaft.

Aber wie viel verdient ein Lufthansa-Pilot im Durchschnitt? Einsteiger erhalten Firmenangaben zufolge rund 63.000 Euro im Jahr – ohne Erfolgszulagen. Nach acht bis zwölf Jahren erwarte den Mitarbeiter „ein Kapitänsgehalt von etwa 110.000 Euro in der Einstiegsstufe“, so der Konzern. Mit Zulagen kann ein berufserfahrener Pilot irgendwann rund 250.000 Euro Jahresgehalt erreichen.

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Schulden nach der Ausbildung

Was viele jedoch nicht wissen: Die Flugkapitäne starten mit einem Schuldenberg in ihre Karriere. Sie müssen ihre Ausbildung zum Teil selbst bezahlen. Der Eigenanteil liegt Lufthansa zufolge bei 70.000 Euro. Das Unternehmen finanziert die Schulungskosten vor. Im Laufe der Jahre müssen die Piloten das Geld jedoch zurückzahlen.

Im aktuellen Tarifkonflikt geht es neben höheren Gehältern auch um die Übergangsrenten für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Im Schnitt gehen die Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das Eintrittsalter wegen der hohen Kosten und der auf 65 Jahre hochgesetzten Altersgrenze für Verkehrspiloten merklich erhöhen. Die Vereinigung Cockpit verlangt zudem Verdienststeigerungen um zehn Prozent.

Cockpit hatte die Verhandlungen am späten Freitagabend für gescheitert erklärt. Wann und wie lange die Flugkapitäne in den Ausstand treten werden, war am Montag aber zunächst weiter unklar. „Es geht um die Abwägung von Passagierinteressen und der Effizienz eines Streiks“, sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft auf Anfrage. Man wolle es Lufthansa nicht zu leicht machen, Ausfälle zu ersetzen.

3800 Flugausfälle im April

Im April hatte der schärfste Streik in der Lufthansa-Geschichte zu rund 3800 Flugausfällen geführt, betroffen waren an den drei Tagen 425.000 Fluggäste. Nach den Streiks hatten beide Seiten die Verhandlungen wieder aufgenommen – hinter verschlossenen Türen und mit Hilfe eines Moderators. Doch die Lufthansa habe ihre „weitreichenden Forderungen“ aufrechterhalten, die nicht akzeptable Einschnitte in die Versorgung der Piloten bedeuten würden, hatte Cockpit am Freitag erklärt.

Die Lufthansa hatte bereits angekündigt, im Notfall einen Teil ihres üblichen Angebots wie schon im April mit freiwilligen Piloten und Managern mit Pilotenschein zu stemmen. Außerdem hatte die Bahn Sonderzüge eingesetzt.

Tarifkonflikt auch bei der Bahn

Allerdings brodelt es auch bei der Deutschen Bahn: Die Suche nach einer Lösung der festgefahrenen Verhandlungen über die künftige Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften ist schwierig. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, lehnte am Wochenende einen neuen Vorschlag der Bahn zu einem Kooperationsabkommen mit den Gewerkschaften GDL sowie EVG ab und sprach von einer „Provokation“.

Angesichts möglicher Streiks bei der Lufthansa und der Bahn werden die Forderungen nach einer gesetzlichen Lösung lauter. „Wir brauchen die gesetzlich garantierte Tarifeinheit, um den Missbrauch der Tarifautonomie zur Durchsetzung von Einzelinteressen zu verhindern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Chemiearbeitgeberverbandes BAVC, Klaus-Peter Stiller, dem „Handelsblatt“.

2 Kommentare
  • Heinz 26. August 2014 07:32

    Sehe ich auch so: im Vergleich zu Berufen mit deutlich längeren Qualifizierungszeiten und ausgedehnten Arbeitszeiten, die über Jahre kaum Zeit für Familie und Freizeit lassen, sind die Lufthansa Pilotengehälter eh jetzt schon deutlich überzogen. Das gilt auch im internatiobalen Vergleich mit anderen – konkurrierenden – Airlines!

  • Bernd 25. August 2014 13:55

    wenn ich 150.000 Euro pro Jahr verdiene dann sollte ich auch in der Lage sein Schulden von 70.000 Euro in einigen Jahren zu begleichen können. Was die Piltoten jedes Jahr fordern ist eine absolute Frecheit. Ich selbst kenne 2 Piltoten, die haben sehr viel Freizeit und verdienen top.

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